Durch-die-Stadt-laufen-Sadhana

Laufen im Sinne von gehen ist für mich eine der besten Yogas oder Meditationen. Oft geschieht bei vielen Leuten intuitiv und spontan ein meditativer Zustand beim Laufen, aber viele Yogis, Philosophen und andere Lehrer und Lehrerinnen kamen zur Erkenntnis dass das Laufen als eine Meditation auch bewusst praktiziert werden kann.

Seit meiner Jugend unternahm ich täglich Spaziergänge, bzw. leichte Wanderungen am Meer, auf dem bekannten 12 km langen Küstenweg Lungo Mare in Kroatien wo ich aufgewachsen bin.
Diese Spaziergänge sind für mich eine Gewohnheit geworden, ein Treffen mit mir selbst und bald sind sie ein Bedürfnis geworden, währenddessen ich meine Gedanken, Emotionen und alles was man sonst so mit sich trägt, verarbeiten und loslassen konnte.

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Diesen Prozess kann man ganz genau beobachten und er hat normalerweise mehrere Phasen. Es fängt relativ einfach, ganz logisch an; der Kreislauf wird begünstigt und es entsteht ein allgemeines Wohlgefühl im Körper. Das Gehirn wird auch „zufrieden“.

Meine Spaziergänge damals und heute waren immer ziellos, was meine potentielle Begleiter oft abschrekte, wieso kann man denn so ohne Plan herumlaufen? Eigentlich war das auch gut so, da solche Spaziergänge am besten alleine durchgeführt werden sollen, wenn du in Kontakt mit deinem Selbst kommen möchtest.

Aus einer kleinen Runde durch die Stadt entwickelte sich später eine Praxis von mehreren Stunden. Es ging einfach darum, sich vom Gehen selbst führen zu lassen, sich auf einen unbekannte Kurzreise einzulassen. Nie weiss man was so ein Spaziergang bringt. Vielleicht gar nichts, aber vielleicht wertvolle Erkenntnisse. Im Endeffekt ist das aber nicht wichtig. Es tut einfach gut, vielen Menschen würde es guttun, glaube ich.

Es machte mir Spaß, sich von meinen Beinen ganz leicht, vertrauensvoll und ohne irgendwelchen Hintergedanken führen zu lassen. Jeder Spaziergang war und ist noch immer eine kleine Überraschung, ein V-Effekt zum Alltag. Auch wenn man schon das tausende Mal den gleichen Weg genommen hat, ist er irgendwie immer neu.

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Paradox klingt es dass diese Ziellosigkeit des Gehens doch viele kurzweilige Ziele beinhaltet. Dazu führen viele verschiedene Wege und Richtungen. Die Aufmerksamkeit auf dem Weg wird von vielen Sachen aufgefangen, man nimmt bewusst oder unbewusst alles wahr. Aber mitmachen oder sich ablenken zu lassen muss man nicht, es ist ein Beobachten ohne anzuhaften oder nicht länger anzuhalten.

Die Situationen bei einem Spaziergang sind so unterschiedlich, aber irgendwann sind diese Unterschiede auch nicht mehr wichtig. Man wird ein Teil des gesamten urbanen Bildes, aber man hat die Freiheit das Bild zu bestimmen, bzw. man beobachtet wie dieses „Bild“ von alleine entsteht.

Ein halbstündiger Spaziergang, sogar in einer lauten großen Grostadt wie Berlin, kann symbolisch das ganze Leben darstellen. Du gehst von A bis B und auf diesem Weg triffst du verschiedene Menschen und Situationen. Vielleicht kommuniziere ich mich jemandem, vielleicht guckt mir jemand nicht freundlich entgegen, jemand vielleicht doch, vielleicht schenke ich die Aufmerksamkeit einer schön angezogenen Frau oder Mann, einer Mutter mit Kinderwagen, dem schreienden Baby im Kinderwagen, dem Bettler, der Polizei, hetzenden Business- Männer und Frauen, Betrunkenen, Menschen auf Drogen, Verrückten, Nonnen, Schawarmafleischlieferanten, Verliebten, Kriminellen, Rentnern, Künstlerinnen, Hunden… und so vielen anderen Formen und Existenzen… aber ich gehe einfach weiter, ohne auf einer Stelle zu bleiben (wenn das nicht nötig ist), auch ohne sich mit einem Gedanke, einer Beobachtung länger zu beschäftigen. Das nicht-anzuhaften wird durch die Bewegung leichter und kommt auf ganz natürliche Weise vor.

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Alles läuft an mir vorbei und ich laufe an Allem vorbei. Ich fühle mich dabei irgendwie ganz in mir und mit mir. Mit jedem weiteren, gleichmäßigen Schritt werde ich mehr und mehr (das wahre) ich und lasse alles was ich nicht brauche oder nicht bin, in die verschmutzte Stadtluft auflösen.

Die zweite Phase so einen ziellosen Spaziergangs lautet ungefähr: „der zufriedene Geist“ (weil etwas „geklärt“ wurde). Die Gedanken kommen hoch und werden durch die Bewegung des Laufens wie recycled; die „guten“ und „sinnvollen“ bleiben im Bewusstsein, sie entfalten sich als wahre Erkentnisse manchmal weiter, manchmal werden sie vergessen.
Was ganz interessant ist, die Gedanken die nicht so sinnvoll sind, verlieren an ihrer Bedeutung. Dann kann man manchmal beobachten dass man vor dem Spaziergang einfach Opfer der eigenen Gedanken war und nicht Herrscher seines Geistes (was eigentlich der wichtigste Ziel des Yogas ist!). Eventuell hat man sich vor dem Spaziergang mit jemandem gestritten, oder etwas unangenehmes erfahren, sich Sorgen gemacht etc. Nach dem Spaziergang (und je länger er ist, desto besser) kommt man oft auf ganz andere Gedanken. Die Wichtigkeit der Sorge relativisiert sich. Man hat vielleicht während des Spaziergangs etwas schönes erlebt, Blick einer hübschen Frau aufgefangen, Lächeln eines Kindes, etwas interessantes entdeckt. Das wichtigste ist es aber dass man wieder zu sich selbst gekommen ist und das man wieder bei sich ist und nur aus dieser weidergefundenen Mitte kann man bessere Entscheidungen treffen. Oft entstehen während Spaziergängen neue und kreative Ideen – das ist die dritte Phase.

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Man kann die Ideen, welche beim Laufen entstanden sind, aufschreiben. Es passiert oft dass sie dannach „verschwinden“. Das ist aber auch nicht so schlimm, es ist nur ein Zeichen dass sie vielleicht ein klärender Sonnenschein waren, aber nichts weiteres. Die Ideen die wirklich gut sind, werden auch ohne aufschreiben bleiben und sich vielleicht realisieren.

Dass die Bewegung zu meditativen Zuständen beibringen kann, wussten schon viele Yogis und Lehrer. Es ist für manche Menschen leichter die Hektik des Alltags so zu verarbeiten um dadurch zur Ruhe und Glückseeligkeit zu kommen. Dieses Bedürfnis sehen wir heute z.B. bei dynamischeren Arten vom Yoga. In westlichen Ländern sind sie oft deswegen entstanden, weil der westliche Mensch zu vielen Reizen ausgesetzt ist und nie gelernt hat statt sich abzulenken, sich bewusst die Zeit für sich zu nehmen. Immer muss er etwas tun, eine Leistung erbringen, so auch im Yoga. In China, Indien und Japan ist es vielleicht anders, weil es dort Meditationstechniken seit tausenden von Jahren gibt, ganz andere Umstände und Meditation und Yoga sind oft ein normaler Bestandteil des Alltags. Für den westlichen Menschen ist eine dynamische Bewegung die Brücke zur Meditation und irgendwann kommt eventuell die Zeit wo das auch ohne diese dynamische Brücke möglich ist.

Natürlich ist es schöner in einem Wald oder irgendwo in der Natur zu laufen, aber in einer lauten Stadt wird man trotzdem die meditativen Effekte eines Spazierganges spüren können. Das-Laufen-durch-die-Stadt-Sadhana ist genauso wie Yoga an ausgefallenen Orten, ein toller Wegweiser.

 

 

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Die Kraft liegt definitiv in der Entspannung

In meinen Yogastunden verwende ich oft Wörter wie: „Alles entspannen“, „loslassen“ oder „lass im ganzen Körper los“. Manchmal gehe ich mir selbst auf die Nerven, aber es ist ein Teil von mir geworden und ich selbst muss mich daran immer wieder erinnern.
Für Anfänger im Yoga ist es oft schwer zu entspannen weil der Fokus auf der Ausführung von Asanas liegt („Mache ich das richtig?“, „Schaffe ich das?“). Es ist aber auch für Menschen die schon lange Yoga machen, schwer richtig und wirklich, tatsächlich zu entspannen. Durch Yoga wird man nicht vom Leben geschohnt! Eine rosa Yogamatte ist keine Garantie dass dich dein Leben nie wieder herausfordern wird.

Der Körper und der Geist speichern alles und verarbeiten ständig, auch wenn man das nicht will. Gerade deswegen ist die Entspannung von unglaublicher Wichtigkeit für unseres eigenes, und nicht nur unseres eigenes, Wohl.

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Es ist nicht leicht, das ganze Leben einfach so „zu entspannen“. Seit der Geburt ist man ständig in einer Art Anspannung. Durch das Leben, besonders in einer Großstadt, durch alle Umstände und Besonderheiten des Lebens, vergessen wir zu entspannen und bleiben zu oft im Modus der Abwehr oder Flucht.

Ich merke dass mir die Tage um Weihnachten und Silvester sehr gut getan haben, obwhol ich Yoga im Sinne von Asanas (Yogahaltungen) nicht gemacht habe. Diese Tage kann man eher als tamasisch beschreiben; Tamas ist in Sanskrit das Wort für die „dunkle“ Eigenschaften wie z.b. Trägheit, Faulheit oder Lethargie. Eigentlich keine wünschenswerte Eigenschaften, aber es ist falsch zu behaupten, dass sie nicht in Ordnung sind. Sie sind ein Teil des Kreises welcher nach der yogischen (und auch ayurvedischen) Lehre, aus Tamas, Rajas und Sattwa besteht. Rajas ist die Eigenschaft der Aktivität / Bewegung und Sattwa ist die Eigenschaft der Ausgeglichenheit und Frieden.

Wir streben zum Sattwa, aber das ist oft so schwer, auch deswegen weil wir nicht ausreichend entspannen und loslassen können. Im Leben wird es immer zu reibungen kommen, auch wenn wir im Sattwa Zustand sind. Aber je mehr wir in diesem Zustand sind, desto mehr können wir unsere Reaktionen auf die Umgebung entsprechend ändern.
Für viele ist es nicht leicht mit der Entspannung, oder vom Außen gesehen, mit dem Nichtstun klarzukommen. Wir sehen oft nicht dass das Nichtstun eigentlich ganz schön Vieltun ist. Das ist eine Zeit der Vorbereitung und Sich-sammeln. Eine absolut notwendige Zeit. Manchmal darf man sich sogar gehen lassen, besonders wenn man ein Mensch ist der ständig etwas tun muss um sich von sich selbst abzulenken, wenn man arbeitssüchtig oder zum Burn Out neigt.

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Yoga und die Entspannung beim Yoga ist ein Weg zur mehr Entspannung im Leben. Eine Yogastunde besteht aus Asanas, also Yogakörperhaltungen, aber das wichtigste ist eigentlich die Endentspannung wo man einfach auf dem Rücken liegt und versucht sich nicht zu bewegen und nicht einzuschlafen wenn es geht (aber einschlafen ist, für mich, auch ein gutes Zeichen; wenn der Körper es so will, dann hat er es auch dringend gebraucht!).

Es gibt Menschen und Yogastunden wo man schon vor der Endentspannung rausgeht oder man hat keine Zeit oder Umstände dafür. Damit verpasst man einen sehr wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Teil des Yogas. Erst in dieser Endentspannung fängt Yoga eigentlich zu wirken!  Und hält danach. Damit unterscheidet sich Yoga auch vom Sport, Fitness oder Entertaintment.

Ohne Endentspannung kann es zu kleineren „Nebenwirkungen“ kommen, es fehlt etwas, dieser langsamer Ausgleich, ein natürlicher Prozess wird unterbrochen. Shavasana (Totenhaltung) schließt eine Yogapraxis ab und regeneriert auf allen Ebenen. Ganz schön ist es zu beobachten wie sich dabei die Gehirnwellen verwandeln, in einen tieferen Zustand kommen wo man den Zugriff auf das Unterbewusstsein und Intuition hat.

Je tiefer die Entspannung, desto tiefer ist der heilende Effekt des Yoga.

Eine richtige Entspannung ist wie eine leichte Trance, aber gleichzeitig vollkommene Präsenz. Eine richtige Entspannung unterscheidet sich von einer Ablenkung (weiterer Reizüberflütung) in dem man merkt dass man gelassener auf die Lebensumstände reagiert. Eine tiefe, Entspannung gibt auch manchmal neue Ideen und Lösungen, sie kommen oft im Zustand wo man das Rationale so viel wie möglich ausschließt. In einer richtigen Entspannung kommt man auf das Wesentliche und lässt los, was nicht (mehr) wichtig ist.

Hier sind ein Paar kurze, praktische Übungen für verschiedene Entspannungen, beim Yoga oder auch woanders:

1. Fühlst du dich aufgeregt, atme in den Bauch hinein. Höre besonders deine Ausatmung dabei.
2. Um zu entspannen, fange mit kleinen, aber sehr wichtigen Schritten. Schließe die Augen. Entspann die Augen – bewusst. Was hast du davon wenn du die Augen schließt aber sie weiter auch geschlossen unruhig bleiben?
3. Richte den Blick nach innen, schau liebevoll zu dir selbst. Vielleicht glaubst du dass du im Leben nicht alles richtig gemacht hast, aber jetzt, in diesem Moment in dem du die Augen geschlossen hast, ist alles richtig so wie es ist, weil es nur jetzt gibt. Sonst wärst du auch nicht hier. Und auch nicht jetzt.
4. Lass dir Zeit um wieder einzuatmen oder halte für ein Paar Momente die Luft nach dem du eingeatmet hast. Nimm diese Milisekunden des nicht-Atmens wahr. Die Momente zwischen Ein- und Ausatmen und Momente zwischen Aus- und Einatmen. (Diese Übung solltest du aber nur dann machen wenn du dich dabei 100% wohlfühlst.)
5. Vor dem Schlafen gehe bewusst durch deinen Körper und entspanne Schritt für Schritt den ganzen Körper oder kürzer: lass deinen Körper so entspannen als ob er mit der Matratze verschmelzen möchte, lass dich fallen. Du wirst merken wie angespannt du warst – ohne es zu merken!

 

Sport und Yoga – Unterschiede und Ergänzungen

Neulich hatte ich die Gelegenheit an der TU Sport in Berlin zu unterrichten. Ein Yogakurs wird hier unter Sportkurse geführt, was nur teilweise richtig ist, aber besser so als überhaupt nicht. Warum ist denn Yoga nicht als Sport anzusehen? Ich versuche diesen Artikel in Form von Fragen und Antworten zu schreiben.

Ist Yoga Sport?
Nein oder nur sehr wenig. Yoga beinhaltet sportliche Bewegungen des Körpers, jedoch ist ihr Ziel nicht eine bestimmte Leistung, Rekord, ein Sieg oder Muskeltraining.

Ist Sport Yoga?
Die Frage hört sich komisch an weil noch keiner auf die Idee kam, Sport zu den Yogakursen zuzufügen. Nein, Sport ist natürlich kein Yoga, obwhol, während bestimmten Arten von Sport meditative Zustände vorkommen können, z.B. beim Laufen, Schwimmen, Nordic Walking, Ski Laufen…

Wie wirkt Yoga auf den Körper?
Der Körper im Yoga wird nicht trainiert, sondern so angenommen wie er ist, nichts muss sich steigern, ändern oder formen. Im Yoga lernt man zuerst den eigenen Körper kennen. Die Veränderungen im Körper kommen von sich selbst (z.B. Körperhaltung, Leichtigkeit, Beweglichkeit). Beim Yoga kann es zum Schwitzen kommen, beim klassischen Yoga eher nicht. Die Energie wird verbraucht und manche Yogahaltungen sind herausfordernd, aber die Energie bleibt, bzw. wird aufbewahrt. Beim Yoga gibt es keinen oder selten einen Müdigkeitseffekt, man wird eher „energetisiert“ dank einer tiefen Endentspannung. Ausserdem wird das Hormonsystem ins Einklang gebracht, da durch bestimmte Haltungen die inneren Organe und Drüsen massiert werden. Im Yoga werden alle Körperteile vom Kopf bis Fuß und beide Körperseiten angesprochen.

Wir wirkt Sport auf den Körper?
Je nach dem was für ein Sport, der Körper wird trainiert, bestimmte Übungen müssen ausgeführt werden (100 Liegestütze, 5 km rennen usw.). Manchmal wird nur ein Körperteil besonders beansprucht: ein Arm beim Tennis, Beine bei den Fußballern, Fußgelenke bei Joggern. Bei den meisten Sportarten schwitzt der Körper vermehrt, es wird viel Energie verbraucht, man powert sich aus. Ein Zufriedenheitsgefühl ist oft vorhanden, aber auch die Müdigkeit.

Wie wirkt Yoga auf den Atem?
Im Yoga atmet man immer durch die Nase (ausser bei einigen besonderen Atemübungen). Dem Atem wird eine ganze Wissenschaft gewidmet – Pranayama. Der Atem im Yoga hat nicht nur etwas mit dem Sauerstoff zu tun und natürlichen Atemprozessen, im Yoga ist der Atem der direkte Link zur Lebensenergie; sie kann durch Atemübungen aufbewhart und vermehrt werden. Atem ist auch der direkte Link zum Geist.

Wir wirkt Sport auf den Atem?
Im Sport atmet man so wie es gebraucht wird, je nach Sportart und Ziel. Der Körper, Atem, Kreislauf werden manchmal an die Grenzen des Aushaltens gebracht. Über die Lebensenergie oder den eigenen Geist wird in den Sportmomenten nicht gedacht weil man auf ein Ziel konzentriert ist.

Wie wirkt Yoga auf den Geist?
Yoga ist eine Verbindung zwischen Körperhaltung, Atem und geistigen Prozessen. Man nimmt den Körper bewusst wahr, man führt bewusstes Atmen durch und man nimmt eventuell auch die Gedanken, Gefühle und Emotionen wahr. Das alles geschieht natürlich nicht ständig und nicht bei jeder Yogahaltung oder jeder Yogastunde gleichzeitig. Manchmal ist man einfach in einem meditativen Zustand oder auch nicht. Beim Yoga geht man mehr „nach innen“, lernt sich selbst kennen.

Wie wirkt Sport auf den Geist?
Je nach dem um welchen Sport es geht, bei Mannschaftsspielen ist eine Strategie wichtig, ein Plan, etwas was ausgeführt werden muss um das Ziel zu erreichen. Hier ist die Konzentration angesagt, Schnelligkeit, Team Fähigkeit. Also hier geht es mehr „nach Außen“, um eine bestimmte Leistung zu erreichen. Für manche Menschen, die viel denken und sehr angespannt sind, kann deswegen Sport eine bessere Ablenkung als Yoga sein, weil durch Yoga man oft mit sich selbst konfrontiert wird.

Ist Yoga ein Wettbewerb?
Ein klares „nein“. Wenn Yoga ein Wettbewerb wäre, dann ist es kein Yoga, dann ist es vielleicht Akrobatik  – z.B. wer kann eine schwere Yogahaltung besser ausführen oder Wer kann diese oder jene Yogahaltung überhaupt ausführen? Im Yoga wird das eigene Tempo gesucht und darf gerne ausgeübt werden. Fortschritte werden individuell und nicht im Vergleich mit anderen gemacht.

Ist Sport ein Wettbewerb?
Eher ja. Mitmachen ist, klar, das Hauptmotiv, aber besser, schneller, intelligenter als der andere um zu siegen, ist einfach noch toller. Bei vielen Sportarten ist das die wichtigste Motivation.

Macht es Sinn Yoga mit Sport zu ergänzen?
Wer mehr Bewegung und Energieverbrauch mag, ja, warum nicht? Manchmal vermissen manche beim Yoga die Dynamik des Sports, mehr Körperbetätigung, mehr Schwitzen. Aber genau das ist der Unterschied zum Sport, Yoga ist im Grunde eine spirituelle Praxis und Körperbewegungen werden mit einer anderen Achtsamkeit ausgeführt. Manche Menschen bevorzugen Sport weil sie sich so besser ablenken können und über bestimmte Sachen kurzzeitig nicht nachdenken müssen. Das ist auch manchmal der Grund warum Menschen die in heutiger Leistungsgesellschaft nicht abschalten können, auch im Yoga eine sportliche Betätigung suchen und enttäuscht werden, weil Yoga dies nicht ist.

Macht es Sinn Sport mit Yoga zu ergänzen?
Sehr. Es ist nicht unüblich dass heutzutage viele Sportler*nnen zum Yoga greifen. Yoga bringt den Ausgleich in den Körper und Geist, dehnt und entgiftet sanfter als Sport. Sport ist schön und bringt Freude. Yoga ist ganzheitlicher und bringt Freude oft ohne einen bestimmten Grund. Da die Bewegungen achtsamer und langsamer ausgeführt werden, wirkt Yoga auch tiefer und eventuelle Schaden die durch Sport entstanden sind, können mit Yoga besänftigt werden. Der gesamte Körper wird geschmeidiger. Nicht umsonst machte die deutsche Fußballmannschaft auch Yoga.

Yoga und Kapitalismus

Kapitalismus ist als Epoche nach dem Feudalismus gekommen, aber seine Wurzel sind tief in der menschlichen Geschichte und Geistesentwicklung des Menschen verankert, einfach durch das menschliche Ego. Ego musste es immer gegeben haben, aber irgendwann ist es in eine Form entartet, die nicht mehr gut getan hat. Der Mensch fing an irrationale Aktivitäten zu veranstalten, z.B. andere, die gutmutig waren, zu betrügen, die anderen zu versklaven, die anderen einfach für die eigenen materiellen und egoistischen Ziele auszunutzen.

Die Machtausübung ist eine Kraft die einfach ausgeübt werden will – und warum das so ist – wurde noch nie vollständig erklärt. Vielleicht ist es einfach ein nartnackiger Atavismus.
Die Machtausübung basiert auf einem „negativen“ Ego, welches wiederrum auf der Angst, Einseitigkeit, eingeschränktem Geist, Ignoranz und Unwissenheit basiert. Obwhol das so ist und obwhol die Mehrheit der Menschheit das einsehen KANN, ist diese Machtausübung so stark, dass sie in der Lage ist, die Massen zu herrschen.

Die zwei Säulen des Kapitalismus sind die Macht und das Kapital. Ohne Macht gibt es kein Kapital. Das Reichtum wird akummuliert, nach dem Prinzip: Ich zuerst und nur ich / mein Stamm/ Familie. Die anderen werden als Feinde betrachtet und behandelt. Es herrscht ein ausgedachtes, eigenwilliges Recht, sich so zu verhalten.
Die Besitzermentalität (eignetlich von Gütern die der Erde gehören, dementsprechend der ganzen Menschheit) ist die Mentalität des Egos, eine Störung in der Amygdala, ein Mangel an Glückshormonen in den Gehirnen, eine Empathie-Unfähigkeit, eine ständige Angst die die ganze Welt dadurch einschränkt und die Zusammenhänge zwischen allen Menschen, Ländern und Kulturen nicht sehen lässt.

Alte Rishis (die Weisen vor ungefähr 5000 Jahren) haben schon damals durch die Beobachtung der Natur, Welt und Menschen gemerkt, dass man ein Teil der eigenen Existenz als separat von allem erlebt. Und das ist das, dieses Ego. Es wurde mündlich in der Yogaphilosophie übertragen unter dem Begriff Ahamkara. Unseres Ego versucht immer uns als Individuum von der Ganzheit zu trennen. Das Ich ist hier ganz stark ausgeprägt durch die Illusion (Maya). Das Ego glaubt an die Illusion.

Einerseits ist es gut ein Ego zu besitzen – das nenne ich ein „positives Ego“: wir haben das Recht auf das Erhalten unseres Lebens; wir müssen unsere Bedürfnisse erfüllen, sonst würden wir sterben. Das Ego / Instinkt zur Erhaltung des Lebens ist etwas Natürliches. Akummulation der Güter auf Kosten anderer, besonders in der heutigen Zeit wo es GENUG für alle gibt, ist nicht natürlich. Das „positive Ego“ verfällt in den meisten Fällen in ein „negatives, gieriges Ego“.

Leider basiert das ganze System in dem wir leben, also Kapitalismus, auf dem (negativen) Ego, auf den ca 7 Milliarden separaten Egos. Es hat sich schon unter die Haut geschlichen und wir merken oft nicht in was für Unwissenheit wir eigentlich leben. Wir werden mit Kapitalismus geboren. Die Schwangerschaft wird vermarktet. Die Krankenhäuser sind nicht mehr nur da um den Menschen zu helfen, auch ein Krankenhaus muss gut wirtschaften. Unsere Gehirne, unsere Kinder werden auf konsumieren „programmiert“. Wir schließen die Augen vor der Massentierhaltung, in einem Café bestellen wir Kaffee ohne zu fragen: In welchen Bedingungen haben die Arbeiter und Arbeiterinnen auf den Plantagen gearbeitet, gab es da auch Kinderarbeit? Wenn es ein „SALE“ in H&M gibt, fragen sich die shoppinglustigen Mädchen nicht über andere Mädchen in Bangladesch, die für ein 2 € T-Shirt (ein Schnäppchen!) 20 Stunden Arbeit leisten mussten.

Die Änderungen werden schon irgendwann und irgendwie stattfinden, aber ich persönlich hätte es gerne etwas schneller.

Einerseits scheint es – trotz einem beschleunigtem Wachstum von Spiritualität, Bewusstheit und Bewusstsein, trotz Internet und Informationaustausch – wachsen auch „die dunklen Mächte“ wie Profitgier, Ausbeutung, Betrug, Kriege weiter und zwar ziemlich schnell. Faschismus und rechte Tendenzen als ein alter Partner vom Kapitalismus, bekommen den freien Lauf.

Über Klimawandel und Zerstörung der Erde muss man nicht noch mehr schreiben; wir sehen es täglich – die Straßen und Meere voller Plastikmüll und Gifte. Unnötiger Konsum an jeder Ecke. Es ist ein Teil des Lebens welches man, einfach so, akzeptiert.

Das Leben wird uns dirigiert und wir merken es nicht. Vielleicht wollen wir es auch nicht merken. Oder haben keine Zeit. Nach einer 8-stündigen anstrengenden Arbeit wo meine Energie und Kraft (trotz gutem Lohn und guten Bedingungen auch ausgebeutet wird – sonst wäre es kein Kapitalismus!) hat man doch keine Lust sich noch mit Klimawandel oder schlechten Arbeitsbedinungen anderer Menschen auf der Welt zu beschätigen. (Ich schreibe hier mit Absicht wir – obwhol ich weiss dass nicht jeder so ist und so lebt wie beschrieben)

Und was für eine Rolle spielt jetzt hier Yoga? Ich sehe eine große Chance, besonders in heutiger Zeit, durch Yoga und andere spirituelle Praktiken, eine andere Sicht auf die Welt zu werfen und die Änderungen zu BESCHLEUNIGEN. Mit Yoga halten wir auf der individuellen Ebene inne und diese Entspannung gibt uns viel mehr Kraft und Zufriedenheit. Warum kann es nicht so für die ganze Erde sein? Profit abschaffen! Es muss nicht sein. Es gibt genug und im Überfluß für alle. Die Erde braucht eine Pause.

Yoga selbst muss sich aus dem Kapitalismus befreien! Es ist unsere Aufgabe Yoga nicht als Geschäft darzustellen sondern es davon fernzuhalten. Ich sehe wie schnell sich das heutige Yoga einem kapitalistischen System beugen muss, so dass Yogalehrer und Yogalehrerlnnen davon überhaupt leben können, aber die eigenen Leistungen verkaufen „zu müssen“ um davon leben zu können ist sicherlich kein Yogaweg. Ich schreibe jetzt auch einen Blogartikel weil mir der Markt und Konkurrenzkampf schleichend „vorgeschrieben“ hat dass heutzutage jeder Yogalehrer einen Blog haben sollte / müsste / könnte….Um eventuell davon zu profitieren? Eventuell einen neuen Kunden zu gewinnen?

Die Konkurrenz ist groß. Yogazentren gibt es an jeder Ecke, wie Cafés oder Apotheken. Dieses Eindringen des kapitalistischen Glaubens ins Yoga, aber auch andere Bereiche wie z.B. Arztpraxen ist einfach – traurig. Marktanalyse, Konkurrenzanalyse, KundenBINDUNG, ZIELGRUPPE!!! Es gibt mitlerweile viele große Portale für Yoga Retreats. Ihr Marketing ist, meiner Meinung nach, fraglich. Es stellte sich am Anfang als eine große Hilfe für Yogalehrerlnnen die Yoga Retreats anbieten dar, aber jetzt zweifle ich daran. Das ist ein großes Internet Konzern der Yogareisen und nichts anderes. Da wird auch nur Profit für die wenigen erschaffen (durch die Provisionen) und Yogalehrerlnnen bleiben ohne wirklichen Verdienst da diese Provision von schon sehr knapp errechneten Preisen abgegeben werden muss.

Jeder Mensch der heute in einem Coaching-, Yoga-, Heilpraktikerbereich arbeitet ist in der Mühle des kapitalistischen Marktes und muss sich so gut wie möglich präsentieren und bestimmte Marketingtools nutzen um überhaupt gesehen zu werden. Nur mit Mundpropaganda geht es heute nicht mehr. Und wenn er oder sie nicht genug „cool“ ist und keine Webseite oder Flyers mit professionellen Bildern hat, dann muss er/sie auch nicht überrascht sein NUR drei zufällige Teilnehmerlnnen in einem Kurs zu haben und die „Aufstockung“ des Einkommens beim Job Center zu beantragen.

Dieser „Kampf“ um die eigene Daseinsberechtigung auf dem Markt hat eigentlich, zumindest im Yoga, nichts zu suchen. Ein Yogalehrer oder Yogalehrerin ist „verpflichtet“ – Yoga – zu verbreiten und nicht – Yoga als Produkt. Wir müssen uns erinnern dass Yoga keinem System unterworfen werden kann, genauso wie wir selbst. Yoga ist Einssein mit dem Universum – in der Freiheit. Manche werden sagen: „Kapitalismus ist auch ein Teil des Universums!“ Natürlich, alles ist Teil des Universums, was auch nicht bedeutet dass wir die Augen schließen müssen vor den Teilen des Universums die schädlich sind. Genauso wie es manche „Störungen“ und Tests auf einem Yoga- oder spirituellen Weg gibt, muss auch der Kapitalismus auf der kollektiven Ebene überwunden werden, zum Wohlwollen aller und besonders unserer Erde.

Stichwörter zum Nachdenken, aus dem Ashtanga Yoga – dem 8-gliederigen Yogaweg: Asteya und Aparigraha. Man kann es auch als Ethik bezeichnen.

Steya bedeutet im Sanskrit stehlen, asteya also nichtstehlen, nichts zu nehmen, was einem nicht gehört. Ganz einfach! Einem Kapitalisten gehört nicht die Zeit, Energie und Leben einer Arbeiterin in Klamottenfabrik in Bangladesch nur um seine Profite zu steigern! Also er stehlt vortwörtlich ihr Leben wenn sie 20 Stunden arbeiten muss.

Aparigraha bedeutet nicht-zugreifen, niemanden auszunutzen (z.B. Schnäppchen Mentalität aufgrund Leiden anderer oder z.B. Tierquälerei).

Das Wohlwollen ist ein Grundbegriff im Yoga und Buddhismus. Die Welt die wir heutzutage sehen und erleben ist Produkt einer Geschichte von tausenden von Jahren. Es passierte ein Krach in der menschlichen Entwicklung der noch immer geheilt werden muss.

Deswegen schicke ich das Wohlwollen Mantra an das ganze Universum weil mir im Moment noch keine andere Mittel zur Verfügung stehen bzw. noch keine andere Ideen einfallen wie wir unseres Dasein in einem System voller Ungerechtigkeiten lösen können:

Lokah Samasta

Sukhino Bhavantu

Lokāḥ = Welten
Samastāḥ = alle zusammen
Lokah Samastah – alle Welten und Wesen zusammen.
Sukhinaḥ = von Sukha = Glück, Wohlergehen
Bhavaṁtu = möge all das sein

Mögen alle Wohlergehen erfahren und glücklich sein!

 

 

Den Sonnengruß tanzen

Eigentlich habe ich den Sonnengruß nie so wirklich gemocht. Ich war nie ein Mensch der sportliche Bewegung liebte. Joggen, Fitness, Work-Out ist mir fremd. Und Sonnengruß beim Yoga ist eher etwas Sportliches, bzw. wird meistens so unterrichtet und verstanden.

Was ich immer mochte war Yoga und Tanz. Aber kein Yoga-Muskel-Training und auch kein Tanz im Sinne von Tango, Salsa oder Walzer, weil ich ein absolutes Tanzantitalent bin. Tanzschritte kann ich mir überhaupt nicht merken. Aber sich etwas ausdenken kann ich sehr wohl. Zum Beispiel irgendwelche eigene Choreographien wenn mich keiner sieht.

Mitlerweile habe ich herausgefunden dass viele andere „Yoga-Leute“ den Sonnengruß „eigentlich“ nicht mögen aber es trotzdem machen weil es danach doch guttut.

Eine Weile habe ich es versucht Sonnengruß aus einer Yogastunde auszuschließen, aber dann spürte man dass etwas fehlt. Es wurde mir klar dass Sonnengruß nicht nur eine Aufwärmübung ist, sondern etwas viel tiefer.

Beim Sonnengruß verehren wir die Sonne, das Leben selbst. Was für ein Zufall und Wahrscheinlichkeit dass gerade du, so wie du bist, entstanden bist und dass durch deinen Körper das Leben strömt! Ist es nicht ein Grund zum Zelebrieren? Und mit einem verschwitzten Work-Out nur um schlank auszusehen und sich auszupowern um „Stress abzubauen“ zelebriert man nicht so wirklich das Leben, man zerquetscht es eher raus wie man das bei einer Zitrone macht (so mein Gefühl, für einige ist Work Out genau das richtige!).

Womit hat man in der Geschichte das Leben oft zelebriert? Mit dem Tanz, freiem Tanz des Lebens, mit einem Tanz welcher die Glückseeligkeit, die Lebensfreude ausdrucken wollte!

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Und hier ist der entscheidende Punkt beim Sonnengrußüben. Wenn du deine Bewegungen als einen Tanz oder sagen wir mal lieber als eine Choreographie ausführst, bekommt der Sonnengruß eine ganz andere Bedeutung und Leichtigkeit, die vielen Yogaübenden schwer fällt, weil sie diese Sequenz eher als ein Workout oder anstrengende Aufwärmung ansehen.

Gehen wir weiter in die tiefere Bedeutung des Sonnengrußes, stellen wir fest dass Sonnengruß eine rhythmische Sequenz ist. Wenn man von diesem Rhythmus bewusst wird, kann die Ausführung von den 12 Sonenngruß-Asanas erleichtet werden. Wenn man z.B. eine Trommel dabei hört die rhythmisch den Takt gibt, kann man die Sonnengrüße anders als sonst wahrnehmen.

Sonnengruß hat auch 12 Mantren, für jeden Schritt oder Teil des Sonnengrußes eins. Alle beziehen sich natürlich auf die Sonne und deren verschiedenen Namen auf Sanskrit. Die Bedeutungen und Interpretationen variieren, je nach Tradition und Schule. Ich habe mir diese ausgesucht:

Om mitrāya Namaḥ (ॐ मित्राय नमः) – Ich begrüße den Freund von allen

Om Ravaye Namah (ॐ रवये नमः) – Ich neige mich vor der Ur-sache

Om Sūryāya Namaḥ (ॐ सूर्याय नमः) – Samen und die Seele der Existenz, das Leben selbst wird begrüßt

Om Bhānave Namaḥ (ॐ भानवे नमः) – Totale Verehrung des Lichtes

Om Khagāya Namaḥ (ॐ खगाय नमः) – Begrüßung von dem der sich schnell durch den Himmel bewegt

Om Puṣṇe Namaḥ (ॐ पूष्णे नमः) – Verehrung von dem der alles (er)nährt

Om Hiraṇyagarbhāya Namaḥ (ॐ हिरण्यगर्भाय नमः) – Verehrung der Quelle der Kreation (das „goldene Ei“)

Om Marīcaye Namaḥ (ॐ मरीचये नमः) – Begrüßung des Strahlenden, Heilenden

Om Adityāya Namaḥ (ॐ आदित्याय नमः) – Gruß an den Sohn von Aditi – die göttliche Mutter, die Mutter aller Himmelkörper

Om Savitre Namaḥ (ॐ सवित्रे नमः) – Gruß an die Kraft die alles erschafft

Om Arkāya Namaḥ (ॐ अर्काय नमः) – Der den ich vom Herzen verstehe und verehre sei gegrüßt

Om Bhāskarāya Namaḥ (ॐ भास्कराय नमः) – Gruß und Hingabe zur erleuchtenden Kraft

Wenn man diese Mantren beim Sonnengruß singt oder hört, wird man feststellen dass sie auch einen rhythmischen Takt geben.

Die Sonnenmantras können auch wunderbar mit den Chakren kombiniert werden und unsere psycho-energetische Zentren stärken, entwickeln und bereichern. Sie können auch in bestimmte Affirmationen „übersetzt“ werden und je nach Lebenssituation oder ein Thema, welches uns gerade beschäftigt, eingesetzt werden.

Ich habe für mich herausgefunden dass der Sonnengruß als Tanzchoreographie und Rhythmus mich selbst mit viel mehr Energie erfüllt als wenn ich die Übung einfach ausführen muss weil es gut für die Aufwärmung des Körpers – vor dem „eigentlichen Yoga“ (also allen weiteren Asanas) gut ist.

Warum nicht gleich gut und wohltuend? Probier es aus! Nur eine Serie von 6-12 Sonnengrüßen, auch mit intuitiven Variationen, kann eine 90 min Yogastunde erstezen.

Gerne kannst du mehr über Sonnengruß und dessen tieferen Bedeutung bei meinen Sonnengruß Workshops mit anschließendem indischen Essen erfahren, ab Januar 2018 in Berlin Friedrichshain 🙂 Lass uns die Sonne in uns wecken, auch im berliner Winter!

 

 

Yoga, Alkohol und Co.

Es gibt Dinge im Leben die für manche Menschen selbstverständlich sind und für manche nicht. Für mich als Yogalehrerin sind Alkohol und Drogen in Verbindung mit Yoga ein Tabu. Rauchen natürlich auch. Da kann ich richtig untolerant werden! Nicht weil ich dogmatisch sein möchte, sondern weil es mir einfach nicht klar ist, wieso macht man dann Yoga wenn man immer weiter trinkt und raucht? Das ist sowas wie Leerlauf oder ein Schritt nach vorne und zwei zurück.

Dieser Artikel ist auch von einem steigenden Trend im Bieryoga und Rage Yoga welches oft vom Alkohol begleitet wird, motiviert.

Ich verbiete natürlich nicht Menschen die Yoga machen wollen, aber noch ab und an trinken oder rauchen, Yoga zu machen. Im Gegenteil. Aber wer regelmäßig seinen Körper und Geist vergiftet und dabei regelmäßig Yoga machen möchte, versteht Fukntion des Yoga nicht. Beim Yoga wird das Nervensystem gereinigt und energetisiert und mit Alkohol wird es benebelt und betäubt.

Dass manche Yogainteressenten beides aus Unwissenheit machen und eventuelle Schaden nicht auf die Kombination von beiden zuführen, ist es verständlich. Aber wieso kommen manche Yogalehrerlnnen auf solche Ideen – ich frage mich dann ob sie in ihrer Yogaausbildung etwas über das Nervensystem im Yoga und Prana überhaupt gelernt haben?

Was geschieht eigentlich dabei? Alkohol ist, klar, ein Gift. Wir können es anwenden wenn jemand z.B. erfroren ist. Dann ist seine Anwendung berechtigt. Seine erste Funktion ist es zu entspannen, Wärme und anschließend bei „normalem Konsum“ Freude zu bringen. Oder als Konservierungsstoff. Jedoch beim Yoga, egal ob vor, während oder danach, macht es keinen Sinn. Es ist nicht ergänzend.

Alkohol kurz oder am selben Tag vor dem Yoga ==> eine stärkere Entgiftung, eine stärkere Strapazierung des Nervensystems und das ist sicherlich kein Sinn des Yoga. Der Sinn ist Prana oder die Lebensenergie zu spüren, zu wecken und zu pflegen.

Alkohol während dem Yoga ==> verstärkte Funktion der Niere ==> mehr zur Toilette gehen ==> Konzentrationsstörung ==> Asana- und Pranayamaausführung unter Entspannungsgefühl vom Alkohol und nicht dem eigenen, selbsterzeugtem, bewusstem Entspannungsgefühl

Alkohol nach dem Yoga ==> Zerstörung des Effekts welcher durch Yoga erzeugt wurde und wofür man eigentlich Yoga überhaupt macht, Betäubung der eigenen körperlichen, geistigen und spirituellen Energie, den im Yoga genannten Ojas = spirituelle Kräftigung.

Nicht nur schadet man den eigenen Zellen, man macht Yoga irgendwie lächerlich. Ein Witz aus Yoga zu machen ist seine Kraft nicht zu verstehen. Yoga macht Spaß, aber Yoga ist kein Spaß! Besonders bezieht sich das auf die Übungen die oft leicht angenommen werden ohne jeglichen Plan und System in offenen Yogastunden und ohne den Zustand der Übenden zu kennen. Z.B. forgeschrittene Pranayamas oder Übungen aus dem Kundalini Yoga (hier meine ich klassisches Kundalini Yoga und nicht Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan). Yoga ist per se, eine Art Entgiftung und eine große Regeneration des Nervensystems. Wenn man schon ein Gift im Körper hat, nämlich Alkohol und in den Kopfstand oder Schulterstand geht oder ein stark entgiftendes Asana macht wie z.B. Pfau, wird der Körper mit mehr Giftverarbeitung überfordert. Beim Bluthochdruck oder noch nicht entdeckten Herzerkrankungen z.B. bei Menschen über 45, kann es zu üblen Folgen kommen. Oder der Körper kann in einen Entzündungszustand gebracht werden.

Vor ca 20 Jahren als ich in Goa war, traf ich ein Paar welches am nächsten Tag zu einer Yogaausbildung gehen wollte um Yogalehrer zu werden. Sie rauchten an dem Abend davor einen großen Joint, sozusagen als letzter Genuss vor einem Yoga Teacher Training. Ich war ehrlich gesagt geschockt und dachte, nein, zu diesen Yogalehrern würde ich nie gehen…Es kam so vor, als Yoga etwas Dogmatisches, Einschränkendes und Schlimmes ist, sowas wie eine Religion mit krassen Regeln, aber man ist halt gezwungen Yoga zu machen. Ich war damals selbst vielleicht etwas dogmatischer eingestellt, aber aus eigener Erfahrung. Alles was mir geschadet hat habe ich hinter mir gelassen und Yoga war eine Entscheidung, Yoga hat all diese Genüsse effektiv völlig überschritten. Yoga ist eine Entscheidung – deinem ganzen Wesen gut zu tun. Für die anderen Gutes zu tun. Wohl zu wollen. Es ist auch ein Schritt in ein Leben wo man keine Genussmittel mehr braucht, weil man wortwörtlich auch von der Prana angetrunken werden kann!

Heutzutage ist Bier beim Yoga wie eine Antwort auf dieses angebliches yogisches Dogma, eine Rebellion und Hype. Schwachsinniger geht es nicht, weil keiner zwingt jemanden Yoga zu machen und mit der Kombination vom Yoga und Alkohol ermuntert man womögolich Alkoholsucht und erniedrigt die positiven Wirkungen vom Yoga (die o.g. Ojas – spirituelle Kraft). Ich würde sogar sagen, man zeigt damit auch kein Respekt zum Yoga! Schade dass man dadurch den Genuss, welcher durch Yoga ohne Alkohol entstehen kann und welcher mit keinem anderen verglichen werden kann, mit Alkohol benebelt. Die spirituelle Kraft wird „nach unten gezogen“.

Ich kann verstehen dass manche vom Yoga abgeneigt werden wenn sie Fotos mit perfekten Yogis sehen, über yogische Disziplin und Regeln lesen. Viele kriegen eine Abneigung davon. Aber Alkohol beim Yoga ist keine Lösung um diese Abneigung zu überwinden. Das ist wie vor jeder Herausforderung ein Gläschen zu trinken um zu entspannen. Und gerade Yoga hat eine wunderbare Funktion die sich nach einiger Zeit Yogapraxis entpuppt: die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und die Stärke in sich selbst zu finden, nicht von den äußeren Hilfen abhängig zu bleiben oder zu werden.

Yoga und Alkohol/Drogen sind eine Beliebigkeit geworden. Fälschlicherweise glauben die Teilnehmer des Bieryogas oder Rageyogas dass dies ergänzend ist! „Rage“ oder auf Deutsch Wut rauszulassen hatten wir schon längst wunderbar mit der Löwenhaltung gemacht. Oder wer noch weiter in die Befreiung der Wut gehen wollte, konnte an den Osho Meditationen teilnehmen wo das viel gezielter und sinnvoller gemacht wurde. Also Wut beim Yoga rauszulassen ist nichts neues wie die junge Generation heute glauben mag.

Was also tun wenn man zu so einem Angebot wie „Yoga Retreat mit Weinproben“ oder „Yogakurs mit Bier“ kommt? Ich war auch dabei, meine Teilnehmerlnnen mit Yogaurlaub in Kroatien mit dalmatinischen oder istrischen Weinen „anzulocken“ und weil ich dachte „es schadet nicht“ bis ich zwei unschöne Erfahrungen hatte. Seitdem bleibe ich lieber bei kroatischen Olivenölen.

Was ist für dich wichtig – Yoga als Hype und Fitness oder Yoga als Transformation? Möchtest du deine Sinnen benebeln oder deine Intuition, Körper und Geist stärken? Wofür genau möchtest du dein Geld ausgeben, für Entertaintment oder für eine tiefgreifende Erfahrung?

Ich schlage vor, einen Yogaurlaub ohne Alkohol auszuprobieren und eine Woche Yogaurlaub mit Alkoholkonsum auszuprobieren und dann zu vergleichen. Aber vielleicht kann man auch nicht an die Schädlichkeit von der Yoga – Alkohol Kombination glauben, weil viele Menschen heutzutage ziemlich abgestumpft geworden sind und können nicht mehr unterscheiden.

Ich habe noch vor mehr als 25 Jahren festgestellt dass Yoga und Alkohol nicht zusammen gehen. Das war eine Zeit wo ich noch jedes Wochenende mit meinen Freunden ausging und regelmäßig Alkohol trank, was auch sehr lustig war und wie das so oft in den Studentenjahren ist, eine relativ normale Sache. In der gleichen Zeit habe ich mit dem Sonnengruß aus einem Yogabuch angefangen. Und an den Samstagen wo man sich traf um feiern zu gehen, wollte mein Körper und Geist kein Alkohol mehr, weil es mir nach dem Sonnengruß hervorragend ging und ich schon genug entspannt und glücklich war. Also ich rede auf jeden Fall nicht ohne Erfahrung.

Wenn man schon auf beides nicht verzichten möchte, versuche es nicht zusammen oder gleichzeitig zu tun, sondern dem Körper genug Zeit zur Regenration nach der „Vergiftung“ geben bevor man mit dem Yoga wieder anfängt. Oder, entscheide dich lieber nur für das Eine und beobachte was geschieht. Vergleiche. Mache deine eigene Erfahrungen. Natürlich kannst du machen was du willst.

Für viele ist eine Yogastunde mit Alkohol attraktiv geworden weil sie glauben es erleichtert ihnen den ersten Schritt oder den Zugang in die Yoga Welt. Es wird sympathisch dargestellt und man wird als ein „westlicher“ Mensch angenommen (es wird von ihm nicht erwartet, ein asketischer indischer Yogi zu werden). Meiner Meinung nach ist das der erste Schritt zur Ignoranz und das haben wir in heutiger Zeit genug. Wenn schon, würde ich den Begriff Bieryoga ins Yogabier umkehren. Der Schwerpunkt ist doch eher das Bier weil das ist es was die Teilnehmerlnnen zum Yoga „anlocken“ soll. Ziemlich clever, muss man zugeben, aber total verkehrt. Yoga unter Alkohol kann sich nicht entfalten. Leider!

Mudra Workshop

Mudra ist ein Aspekt des Yoga, noch relativ unerforschtes Gebiet, aber in der Yogapraxis ein unerlässlicher Teil. Oft werden Mudras in Asanas oder Meditation eingesetzt ohne sich drüber Gedanken zu machen warum, was nicht so schlimm ist, aber es ist manchmal gut zu wissen, warum man etwas tut.

Mudras trifft man im Tantra, Yoga und Buddhismus, sowie im klassischen indischen Tanz. Die Bedeutungen und Ausführungen der Mudras aus verschiedenen Quellen haben ihre Berührungspunkte. Ihre wichtigste Bedeutung ist Mudra als ein Stempel oder Siegel, ein symbolisches Zeichen nach außen (um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen).

Generell ist Mudra ein Aspekt des Yoga welches für fortgeschrittene Schülerlnnen geeignet ist, aber jeder kann sie kennenlernen und doch praktizieren, auch Menschen die sonst keine Asanas oder ein anderes Yogaprogramm machen.

Weil Mudras praktisch sind und weil man sie überall ausführen kann, würde ich sie sogar als „miniatures Yoga“ nennen. Sie können genauso tiefe Wirkung wie eine 90 minütige Yogaeinheit erzeugen. Es geht hier hauptsächlich um Mudras die mit Händen / Fingern ausgeführt werden. (Es gibt z.B. auch „Ganzkörpermudras“, Zungen- oder Augenmudras).

Wie auch bei den Asanas, gibt es auch bei Mudras bestimmte Regeln. Man muss immer auf die genaue Situation des Menschen schauen. Jemand der z.B. „zu herzig“ ist, dem würde ich ein Mudra „zur Öffnung des Herzens“ nicht empfehlen oder zumindest nicht länger zu halten, um diese Energie „zu stabilisieren“. Genauso wenn man ein Mudra gegen ein Beschwerde einsetzt, sollte man aufhören sobald sich der Zustand gebessert hat, bzw. man sollte die Mudras nicht mehr so lange halten und in manchen Fällen, schrittweise „absetzen“. Eine ähnliche Situation haben wir auch in Homöopathie, z.B. wenn ein Mittel gewirkt hat, dann sollte man es absetzen. Im Gegenteil kann sich der Zustand verschlimmern und es kommt eher zum Ungleichgewicht, als das wozu man gestrebt hat, nämlich ein Gleichgewicht herzustellen.

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Unsere Hände sind besonders, genauso wie unsere Füße und Kopf. Man kann sagen das sind die Antennen zur äußeren Welt; die Füße sind Kontakt mit der Erde, der Kopf mit dem Cosmos und die Hände sind irgendwo „dazwischen“, sie sind wie ein Vermittler der erdlichen und kosmischen Energien. Mit Händen nehmen wir und geben, mit Händen können wir kreativ sein, die Hände arbeiten, beten, berühren. Mit den Händen können wir auch vieles zeigen. Und das ist auch eine Bedeutung von Mudra: „die Geste der inneren Einstellung“. Ich interpretiere das auch so: „ich möchte eine Grenze zur äußeren Welt zeigen“, „in mir findet gerade ein Prozess statt“, „ich sammel´mich gerade, bitte nicht stören“. Auf den ersten Blick würde man vielleicht denken: Diese Mudra Praxis ist eine egoistische Praxis! Aber wir wissen schon wie wichtig das ist, die Zeit für sich selbst zu nehmen, sonst drohen uns Burnout, Depression, Hyperempfindlichkeit, Allergien, allgemeine Schwäche und eine ganze Reihe von psychosomatischen Beschwerden. Davon kann im Endeffekt keiner profitieren. Deswegen, finde ich, ist ein Bißchen gesunden, positiven Egoismus nötig und man soll sich davon nehmen soviel man braucht.

Mudras, sie lenken die Energien in unserem „System“ auf so eine Art und Weise dass die Energie, die wir unbedingt brauchen, im Körper bleibt und nicht unnötig zerstreut, bzw. nach außen gebracht wird. Mudras helfen also die Energie wieder dahin zu bringen wo sie hingehören, z.B. zu einem geschwächten Organ.

Die Lebensenergie ist eine dynamische Kraft und, um Geshundheit zu erhalten, muss sie frei im Körper und Geist fließen. Wenn aus irgendeinem Grund die Energie blockiert, geschwächt oder verstärkt fließt, kann man Mudras einsetzen. Prana oder die Lebensenergie ist ein Potential welches wir durch Mudras bewusst und intelligent einsetzen können.

Aus dem Sanskrit übersetzt मुद्रा = mudra, besteht aus zwei Wörtern „mud“ = fröhlich und „ra“ – das was gibt, also mudra ist etwas was Fröhlichkeit / Freude gibt. Im Sanskrit Wörterbuch kann man auch andere Beduetungen finden, wie z.B.: Rausch, Glücklichsein, eine Art von Droge. Es ist natürlich ein „Rausch“ der gut tut, weil wir mit unserer eigentlichen Freude, einer Freude ohne Grund, Ursache oder Hintergedanken verbunden werden, bzw. wir selbst werden Freude!
Ich lade dich ein diese wunderbare Technik beim Yogaurlaub in Kroatien 5.-12. August kennenzulernen und auszuprobieren! Mehr über diesen Retreat erfährst du hier: http://www.derkleinetempelyoga.net/yoga-sandstrand-weinreben

Ich werde aber bestimmt weitere Workshops zu diesem Thema veranstalten, auch an anderen Orten.
Bis dann!

Sommer 2017 ist im Zeichen der Insel Korcula

Selbst habe ich, als Kroatin, viele Orte in Kroatien noch nicht gesehen. Mein weitester Punkt war Dubrovnik und mein nördlichster Punkt Slavonski Brod in Slawonien.

Kroatien war immer „inn“, aber irgendwie, so von außen, aus Deutschland, scheint es immer mehr „inn“ zu sein, das Land boomt buchstäblich. Neue fantastische Hotels werden gebaut, es wird renoviert, selbst „ganz normale“ Vermieterlnnen geben sich so viel Mühe in die Einrichtung ihrer Häuser oder Ferienwohnungen. Jeder möchte perfekt, innovativ, kreativ vorkommen und oft – mit vollem Erfolg! Das alles ist aber nicht überraschend, wenn man weiss dass Kroatien vom Tourismus lebt – und zwar nicht nur die Kroaten am Meer. Auch Gorski kotar, Lika und Slawonien, also das Hinterland und Berglandschaften, werden immer interessanter für Touristen, nicht nur wegen viel angenehmer Sommertemperaturen, sondern wenn man Mountain Bike, Paragliding oder wilde Flüße lieber mag.

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Obwohl viele meckern dass Kroatien nicht sehr billig ist, stimmt das nicht so ganz. Kommt natürlich drauf an wofür man das Geld ausgibt. Jedenfalls kann man hier noch sehr, unglaublich günstige und schöne Unterkünfte direkt am Meer finden. Kroatien bietet eine unglaubliche Diversität. Zum Beispiel fährt man auf der Insel Cres Richtung Osor, beobachtet man eine ziemlich karge Landschaft, aber sobald man in Punta Kriza ankommt, sieht man da Hirsche und viel Grün. Schwimmt man in Lopar auf der Insel Rab auf dem bekannten Sandstrand, versucht man hunderte von Metern etwas tiefere Meer zu erreichen, aber dann kommt man fast auf eine kleine Insel wo es keine Menschen gibt, aber dafür reichlich wilde Hasen!

Die kargen, weiten Landschaften waren für meine Augen und meinen Geist immer sehr entspannend, so ist die Insel Pag. Nur das blaue des Himmels, die weisssteine Landschaft und ein Paar Schafe.

Da ich Kroatien jetzt mit ganz anderen Augen sehe, dazu hat sicherlich das Leben in anderen Ländern beigetragen. Ich sehnte mich nach Indien, Afrika und Südamerika, aber sah die Schönheit und Potential meiner Heimat nicht.

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So fange ich wieder an, das Land wo ich aufgewachsen bin, zu entdecken und Yogasommer 2017 findet meistens auf der magischen Insel Korcula statt:

vom 29. Juli bis 5. August auf einer kleinen Insel in der Nähe von Korcula (Insel Plocica) und vom 5. bis 12. August im Ort Lumbarda, auf der südöstlichen Korcula Küste.

Die erste, o.g. Woche ist ein Yoga Retreat im wahrsten Sinne des Wortes: ein Rückzug! Auf dieser kleinen Insel gibt es nicht anderes als ein Leuchtturm, welcher auch unsere Unterkunft ist. Diese Woche heisst: alles hinter sich lassen und sich selbst wieder treffen. Schon die Entscheidung, eine Woche ohne herkömlichen Ablenkungen zu verbringen, ist nur für die mutigsten! Für die unausgeschlafene, auch eine tolle Gelegenheit ungestört, viel, unglaublich viel zu schlafen. Für Yogaenthusiasten und Meditationserfahrene, ein Ort wo sie sich eigener Yoga und Meditationspraxis vollständig widmen können.

Mehr über diesen Retreat findest du hier.

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Foto: Francesco Cantoni

Die zweite Woche führt nach Lumbarda, ungefähr 5 km von der Stadt Korcula entfernt. Lumbarda ist relativ unbekannter kleines Fischerdorf mit Charme der alten Zeiten, einer Kombination aus der griechischen Geschichte und Legenden, Marco Polo, Christentum und Aristokratie, die ihre Ferienhäuser in einem besonderen Stil, gerade in Lumbarda gebaut hat. Lumbarda klingt für mich sowas wie Lebensfreude. In Lumbarda gibt es Sandstrände, Surfing, Cafés, Restaurants, Fahrradtouren, frischer Markt, Weinbau und Olivenhaine…aber auf eine feine Art und Weise und mit einem tollen Yogaworkshop (Mudra Yoga)…also… alles was es auf dem kleinen Insel mit Leuchtturm nicht gibt.

Ich freue mich schon auf beides!

Mehr über den Retreat in Lumbarda findest du hier.

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Interview mit Moku Teraoka, Filmemacher, Yoga- und Kroatien Liebhaber

Moku Teraoka ist ein Künstler aus Japan. Ich weiss nicht welche Kunst er nicht macht. Er studierte Bildhauerei, spielt Gitarre und Banjo, malt Ölbilder und macht Filme.

Wir kamen in Kontakt vor einigen Jahren als er in Kroatien und auf dem Balkan einen Dokumentarfilm („From Tokyo to Morava River“) machte. Im Film geht es über einen, heute in Kroatien sehr populären Schriftsteller Bekim Sejranovic, der in den 90-ern als Flüchtling nach Norwegen gehen musste, wo er ein neues Leben aufgebaut hat. Im Film wird er mit seinen Wurzeln, aber auch mit der Spaltung zwischen (mindestens) zwei Kulturen konfrontiert. Auf dem kleinen Schiff am Fluß Sava, treffen sich Moku als Japaner, Bekim – als jemand der eigentlich nicht weiss woher er kommt – und ein Norweger. Die Reise wird für die drei Freunde richtig abenteuerlich – in jedem Sinne.

Moku macht auch Yoga. Für mich ist es interessant herauszufinden, warum Leute Yoga machen und wie Yoga ihr Leben beeinflusst.
Was bedeutet Yoga für Dich?
– Für mich, Yoga bedeutet den Körper und Geist rein zu halten. Es hilft mir in meinem alltäglichen Leben, wenn ich es regelmäßig tue.
Wie bist Du zum Yoga gekommen?
– Mit Yoga bin ich in Indien in Kontakt gekommen, in Rishikesh. Der erste Grund war Sorge um meinen Körper. Um mich unterhalten zu können, arbeitete ich drei Jahre als Straßenarbeiter. Ich wollte meinen Körper wieder in Ordnung bringen. Der andere Grund war geistiger Natur, ich wollte mich befreien…als ich jünger war, ging ich oft in buddhistische Tempel um Zen Meditation zu praktizieren. Ich wollte „im Hier und Jetzt“ zu sein, tief in mich hinein gehen, aber ohne jegliche Vorstellungen auf welche unser Geist gewöhnt oder gefesselt ist…Ich war einfach für all das interessiert und so kam ich irgendwie natürlicherweise auch zum Yoga.

Moku in Stari Grad auf der Insel Hvar, Kroatien

Erfährst Du Yoga und Zen als zwei unterschiedliche Dinge oder findest Du Ähnlichkeiten zwischen den beiden?
– Ich glaube dass ich den höchsten Zustand des Yoga oder Zen noch nie erlebt habe. Aber ich fühle dass sie das gleiche Ziel haben, nur andere Wege.
Beeinflusst Yoga Deine Kreativität und Kunst?
– Sicher hilft mir Yoga in der Kunst und Kreativität. Es macht einen besonderen Effekt auf meine Lebensqualität. Es gibt mir eine gewisse Leere und Raum. Yoga ist für Menschen überhaupt wichtig.
Was bedeutet Kroatien für Dich?
– Zum ersten Mal kam ich nach Kroatien 2006 um den Film mit Bekim zu machen. Es hatte einen enormen Eindruck auf meine Lebensvorstellungen gemacht.
Hast Du Yoga auch in Kroatien gemacht?
– Manchmal… Ich mochte es, Yoga auf unserem Schiff zu machen, am Sava Fluß.
Wo verbringst Du die meiste Zeit wenn Du in Kroatien bist und warum?
– Meistens bleibe ich auf der Insel Hvar, da editiere ich meine Filme.
Was war Dein letztes Projekt und wo?
– Es geht wieder um Bekim und sein neues Buch „Dein Sohn, Huckleberry Finn“, aber es ist noch nicht fertig. Diesmal wurde nur in Bosnien gefilmt.
Was macht Kroatien aus?
– Das Meer, die Oliven und gute Freunde.
Wann machst Du einen Film über den Yoga Urlaub in Kroatien? 🙂
– Jederzeit, lade mich ein^^.
Du bist ein Full-time Reisender. Welche ist Deine nächste Destination?
– Momentan bin ich in Japan. Ich weiss noch nicht welche meine nächste Destination wird. Aber ich weiss dass sie kommt.
Die Antwort erinnert mich ein Bißchen an das Abwarten und Teetrinken. Ist das Zen?
– Vielleicht.
Hilft Yoga eine bessere Person zu werden?
– Ja, das glaube ich.
Wenn Du zwischen Yoga, Natur und Liebe wählen müsstest, was würdest Du auswählen?
– Die Liebe.
Danke, Moku, für diesen netten Interview. Vielleicht bis bald in Kroatien!
– Rado! Bok! Vidimo se!*

mokupainting

Mokus Malerei

*Mini Kroatisch-Lektion für Anfänger:
Rado – gerne
Bok – Begrüßung. Wird gleichermaßen als „Hallo“ und als „Tschüss“ verwendet.
Vidimo se – wird oft beim Abschied gesagt mit der Bedeutung: „Wir sehen uns bald wieder“.