Interview mit Moku Teraoka, Filmemacher, Yoga- und Kroatien Liebhaber

Moku Teraoka ist ein Künstler aus Japan. Ich weiss nicht welche Kunst er nicht macht. Er studierte Bildhauerei, spielt Gitarre und Banjo, malt Ölbilder und macht Filme.

Wir kamen in Kontakt vor einigen Jahren als er in Kroatien und auf dem Balkan einen Dokumentarfilm („From Tokyo to Morava River“) machte. Im Film geht es über einen, heute in Kroatien sehr populären Schriftsteller Bekim Sejranovic, der in den 90-ern als Flüchtling nach Norwegen gehen musste, wo er ein neues Leben aufgebaut hat. Im Film wird er mit seinen Wurzeln, aber auch mit der Spaltung zwischen (mindestens) zwei Kulturen konfrontiert. Auf dem kleinen Schiff am Fluß Sava, treffen sich Moku als Japaner, Bekim – als jemand der eigentlich nicht weiss woher er kommt – und ein Norweger. Die Reise wird für die drei Freunde richtig abenteuerlich – in jedem Sinne.

Moku macht auch Yoga. Für mich ist es interessant herauszufinden, warum Leute Yoga machen und wie Yoga ihr Leben beeinflusst.
Was bedeutet Yoga für Dich?
– Für mich, Yoga bedeutet den Körper und Geist rein zu halten. Es hilft mir in meinem alltäglichen Leben, wenn ich es regelmäßig tue.
Wie bist Du zum Yoga gekommen?
– Mit Yoga bin ich in Indien in Kontakt gekommen, in Rishikesh. Der erste Grund war Sorge um meinen Körper. Um mich unterhalten zu können, arbeitete ich drei Jahre als Straßenarbeiter. Ich wollte meinen Körper wieder in Ordnung bringen. Der andere Grund war geistiger Natur, ich wollte mich befreien…als ich jünger war, ging ich oft in buddhistische Tempel um Zen Meditation zu praktizieren. Ich wollte „im Hier und Jetzt“ zu sein, tief in mich hinein gehen, aber ohne jegliche Vorstellungen auf welche unser Geist gewöhnt oder gefesselt ist…Ich war einfach für all das interessiert und so kam ich irgendwie natürlicherweise auch zum Yoga.

 

Moku in Stari Grad auf der Insel Hvar, Kroatien

Erfährst Du Yoga und Zen als zwei unterschiedliche Dinge oder findest Du Ähnlichkeiten zwischen den beiden?
– Ich glaube dass ich den höchsten Zustand des Yoga oder Zen noch nie erlebt habe. Aber ich fühle dass sie das gleiche Ziel haben, nur andere Wege.
Beeinflusst Yoga Deine Kreativität und Kunst?
– Sicher hilft mir Yoga in der Kunst und Kreativität. Es macht einen besonderen Effekt auf meine Lebensqualität. Es gibt mir eine gewisse Leere und Raum. Yoga ist für Menschen überhaupt wichtig.
Was bedeutet Kroatien für Dich?
– Zum ersten Mal kam ich nach Kroatien 2006 um den Film mit Bekim zu machen. Es hatte einen enormen Eindruck auf meine Lebensvorstellungen gemacht.
Hast Du Yoga auch in Kroatien gemacht?
– Manchmal… Ich mochte es, Yoga auf unserem Schiff zu machen, am Sava Fluß.
Wo verbringst Du die meiste Zeit wenn Du in Kroatien bist und warum?
– Meistens bleibe ich auf der Insel Hvar, da editiere ich meine Filme.
Was war Dein letztes Projekt und wo?
– Es geht wieder um Bekim und sein neues Buch „Dein Sohn, Huckleberry Finn“, aber es ist noch nicht fertig. Diesmal wurde nur in Bosnien gefilmt.
Was macht Kroatien aus?
– Das Meer, die Oliven und gute Freunde.
Wann machst Du einen Film über den Yoga Urlaub in Kroatien? 🙂
– Jederzeit, lade mich ein^^.
Du bist ein Full-time Reisender. Welche ist Deine nächste Destination?
– Momentan bin ich in Japan. Ich weiss noch nicht welche meine nächste Destination wird. Aber ich weiss dass sie kommt.
Die Antwort erinnert mich ein Bißchen an das Abwarten und Teetrinken. Ist das Zen?
– Vielleicht.
Hilft Yoga eine bessere Person zu werden?
– Ja, das glaube ich.
Wenn Du zwischen Yoga, Natur und Liebe wählen müsstest, was würdest Du auswählen?
– Die Liebe.
Danke, Moku, für diesen netten Interview. Vielleicht bis bald in Kroatien!
– Rado! Bok! Vidimo se!*

mokupainting

Mokus Malerei

*Mini Kroatisch-Lektion für Anfänger:
Rado – gerne
Bok – Begrüßung. Wird gleichermaßen als „Hallo“ und als „Tschüss“ verwendet.
Vidimo se – wird oft beim Abschied gesagt mit der Bedeutung: „Wir sehen uns bald wieder“.

Link zu Mokus Film: „From Tokyo to the Morava river“

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