Entspannungstipps

Hier sind ein Paar kurze, praktische Übungen für verschiedene Entspannungen, beim Yoga oder auch woanders:

1. Fühlst du dich aufgeregt, atme in den Bauch hinein. Höre besonders deine Ausatmung dabei.
2. Um zu entspannen, fange mit kleinen, aber sehr wichtigen Schritten. Schließe die Augen. Nimm die Verspannung der Augen wahr und dann lass los….Entspann die Augen – bewusst. Genieße endlich den Blick nach innen und freue dich auf dich selbst.
3. Richte den Blick nach innen, schau liebevoll zu dir selbst. Vielleicht glaubst du dass du im Leben nicht alles richtig gemacht hast, aber jetzt, in diesem Moment in dem du die Augen geschlossen hast, ist alles richtig so wie es ist, weil es nur jetzt gibt. Sonst wärst du auch nicht hier. Und auch nicht jetzt. Du bist, sei…

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4. Lass dir Zeit um wieder einzuatmen oder halte für ein Paar Momente die Luft nach dem du eingeatmet hast. Nimm diese Milisekunden des Nicht-Atmens wahr. Die Momente zwischen Ein- und Ausatmen und Momente zwischen Aus- und Einatmen. (Diese Übung solltest du aber nur dann machen wenn du dich dabei 100% wohlfühlst.)

5. Allgemein gilt: längere Ausatmung – mehr Entspannung. Längere Einatmung und keine kleine „Unterbrechung“ nach der Ausatmung – Aktivierung der Aktivität!
6. Vor dem Schlafen gehe bewusst durch deinen Körper und entspanne Schritt für Schritt den ganzen Körper oder kürzer: lass deinen Körper so entspannen als ob er mit der Matratze verschmelzen möchte, lass dich fallen. Du wirst merken wie angespannt du warst – ohne es zu merken!

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Selfempowerment Yoga

Jemand hat mich gefragt, was ist denn dieses Retreat in Kroatien mit Selfempowerment, ist das wie Yoga und Brainwashing mit positivem Denken? Da es noch keine einheitliche Beschreibung oder Erklärung des Begriffes Selfempowerment Yoga gibt, versuche ich in diesem Blogartikel ein Bißchen mehr davon zu erzählen.

Der Begriff Selfempowerment oder Empowerment wird meistens in Verbindung mit Sozialarbeit gebracht, aus den 80-ern in den USA, wo es als Methode für marginalisierte und diskriminierte Gruppen einer Gesellschaft entwickelt wurde. Es geht um die Unterstützung aller Kommunen um ein selbstbestimmtes, gerechtes Leben zu erschaffen wo gegenseitiger Austausch der Hilfe oder Leistungen vorhanden ist, basierend auf Empathie, Ethik und Freiheit, zum Wohle aller. Oft in Verbindung mit anderen Bewegungen wie Antirassismus, Feminismus, politischer Aktivismus allgemein.

Die Idee des „Empowerments“ ist aber viel älter, obwhol nicht direkt so genannt. Der Mensch hat sich immer damit beschäftigt, das Leben besser zu organisieren. Egal ob es das Leben eines Individuums, einer „Community“ oder die ganze Gesellschaft betrifft, es war wichtig das Leben so zu gestalten so dass alle (mehr oder weniger) zufrieden sind und das Beste aus ihrem Leben schöpfen können.

Selbstempowerment heute wird oft mit Coaching aller Art in Verbindung gebracht, mit positivem Denken, Psychologie und Psychotherapie. Das alles stimmt und ist richtig, es ist eine Kombination aus verschiedenen Quellen und Richtungen und kann für alles mögliche benutzt werden. Letzendlich müssen wir immer bei uns selbst anfangen.

Der Sinn des Selfempowerments steht in enger Verbindung mit „schöpfen“ und „Schöpfer“. Das erstere ist ganz interessant, es heisst „nach oben holen“, „herausholen“ mit der Hand (also mit eigenen Kräften) oder z.B. mit einer Kelle (wenn es nicht mit eigenen Kräften geht, dann mit einer Hilfe). Und Schöpfer/in kreiert und bezieht sich auf uns alle, jeder kreiert sein Leben und versucht das beste daraus zu machen. Und hier kommen wir zum Selfempowerment, was in deutscher Sprache als „Selbstbejahung“ oder „Selbstbefähigung“ übersetzt werden kann. Alle vorhandene Kräfte herauszufinden und sie sinnvoll zu nützen.

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Yoga ist immer eine Art des Selbstempowerments, bzw. das Ziel des Yoga ist letztendlich ein Leben im Einklang mit den „inneren Einstellungen“, im „Einklang mit dem Universum“.

Selfempowerment Yoga wirkt auf zwei Ebenen. Die erste ist wie ich das nenne: „das allgemeine Empowerment Yoga“. Yoga mit Affirmationen kann auf Sanskrit erfolgen und zwar mit Einbeziehung von Mantren während Asanas. Sonnengruß zum Beispiel ist nicht nur eine Übung zum Aufwärmen. Sie geht viel tiefer und verbindet uns mit der Energie der Sonne. Dieser Stern ist das Leben selbst und dabei kann es nicht nur um eine bloße Übung gehen. Die Mantren die für jeden Abschnitt des Sonnengrußes bestimmt sind, sind Worte der Dankbarkeit, Verneigung zum Leben, Licht, Demut, Aktivität, Nahrung / Nähren, und ganz wichtig: etwas was immer aufs Neue erschaffen wird, genauso wie die Sonne jeden Tag aufgeht. Mit allgemeinen Affirmationen kann sich jeder identifizieren, sie tun gut, sie können aber müssen nicht tiefer in die menschliche Seele eindrigen.

scenic view of ocean during sunset

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Dieses „immer aufs Neue erschaffen“ ist die zweite Ebene des Selfempowerment Yoga. Das betrifft nur dich, als Individuum mit all deinen Stärken und Schwächen und mit deiner Lebenssituation. Hier ist es ganz wichtig, wie man Affirmationen erstellt und Vorsicht ist geboten. Die Wünsche erfüllen sich! Der Geist ist in der Lage neue Realitäten zu erschaffen, aber du kannst nie im Voraus wissen, wie sich deine Wünsche erfüllen werden, bzw. welche Konsequenzen sie mitbringen (können). Das Unterbewusstsein ist wie ein stumpfer Soldat „ohne Gehirn“, der sich bemüht deine Befehle umzusetzen.

Ich habe vor ungefähr 10 Jahren eine schlechte Erfahrung damit gemacht, mit „positivem Denken“ und „Wünsche erfüllen“. Damals kannte ich mich damit gar nicht aus, bzw. es war für mich irgendwie logisch, wenn ich genug positiv denke, dann „wird das schon“. Das waren aber Affirmationen mit denen ich die Wünsche „nach Außen“ erfüllt habe (ohne es zu wissen, ich war einfach zu naiv), statt wie ich mich selbst „einstelle“. Alle Wünsche haben sich in sehr kurzer Zeit erfüllt und das hat mich verblüfft. Jedoch weiss das Unterbewusstsein nicht, dass „ein toller Mann“ was plötzlich in deinem Leben steht, oder „eine tolle Frau“ die dich liebt wie keine andere vorher, und unzählig viele andere neue Erfahrungen, mit sich auch viele unerwartete Eigenschaften mitbringen und verbergen (können). Also die Wünsche erfüllen sich, aber auch die Nicht-Wünsche, da das Unterbewusstsein auf „wünschen“ konzentriert ist (also eine Handlung die sich von Außen auf dich projiziert) und nicht auf das Wort „sein“, also etwas wie du wirst oder bist und mit dieser Einstellung nach außen strahlst und bestimmte Erfahrungen anziehst.

Andersrum war das eine Lektion, die mich zum Verständnis von Affirmationen geführt hat.

Im Unterbewusstsein sind unsere Lebensmuster gespeichert, die Samskaras (die Eindrücke aus diesem und allen anderen Leben, aber dieses Leben reicht schon). So kannst du dir 1000x sagen: „Ich bin toll“ aber du wirst nicht das werden was oder wie du sein willst, solange Samskara, Blokade oder Muster „ich bin nicht toll“ oder „die anderen sind toller als ich“ nicht ans Licht gebracht hast und integriert hast.

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In vielen Methoden geht man davon aus dass man etwas „eliminieren“ oder „beseitigen“ muss, statt integrieren, bzw. das was schon gut ist zu stärken, das was schon vorhanden ist als Ressource zu nehmen. Daher gehen wir im Selbstempowerment Yoga anders dran und formulieren die Affirmation so dass es immer einer konkreten Lebenssituation und geistigem Zustand passt. Das ist ein dynamischer Prozess und keine schnelle Lösung.

Wenn eine Affirmation nicht wirklich tiefe Veränderungen bringt und ein Erleichterungsgefühl, einen Raum fürs Neue und du noch immer „eine Blokade spürst“, dann ist es höchstwahrscheinlich dass deine inneren Saboteuere noch am Werk sind und sogar immer stärker werden, weil du einfach nicht bereit bist. Was auch in Ordnung ist, wenn jemand „noch nicht bereit ist“. Hier kannst du z.B. die Affirmation verwenden: „Ich lasse mir genug Zeit“.

Im Yoga versuchen wir nichts zu unterdrücken! So auch nicht „die inneren Saboteuere“. Deswegen wird, zumindest in meiner Art des Selfempowerment Yoga, die Affirmation nicht so lauten: „Ich bin toll“, sondern „Ich lerne meinen Geist kennen“ oder „Ich nehme meinen Geist und Gedanken mit ernsthaftem Interesse und schaue mir ruhig und entspannt an, was in meinem Geist geschieht“, „Alles, was in meinem Geist und Gedanken aufkommt, ist willkommen wie ein Freund“, „Es ist mein Geist, meine Gedanken. Ich bin gespannt was mein Geist in der Lage ist zu produzieren. Ich schaue entspannt zu“, „Ich tauche in meinen Geist ein und schaue warum (dieser oder jener Gedanke) da ist“, „Ich höre aufmerksam und entspannt was mir eine Information im Geist sagen will“. Die Möglichkeiten und Variationen sind groß.

Irgendwann kommt man zur entscheidenden Affirmation die so aussehen kann:

„Ich entscheide selbst was ich mit meinen Erfahrungen / inneren Sabotueren / Gedanken mache“.

„Ich nehme mir die Zeit die ich brauche.“

Hier kommt es zum entscheidenden Punkt wie es weiter geht – ob man noch daran arbeiten muss oder loslassen kann und eine guttuende, darauffolgende und sinnvolle Affirmation „einpflanzen“ kann. Weiterhin müssen Affirmation mit dir selbst absolut stimmig sein und es muss sich gut und richtig im Körper, Geist und deinem ganzen Wesen anfühlen!

Nur so findet die entscheidende Bewusstseinsverschiebung.

 

 

Gesundheit und Krankheit

Das was wir unter Gesundheit und Krankheit verstehen, ist oft komplett falsch.
Besonders in den letzten Jahren sehen wir Bilder von Yogalehrern die mit einem Smoothie und Detox Programmen werben, nur rohes Gemüse essen, Kräutertee trinken und dabei noch Spaß haben.
Ok, ab und zu braucht eine oder andere Person so ein Programm und das ist völlig ok wenn du auf deinen Körper hörst und ganz genau weisst: „Ja, das ist es was ich gerade brauche“, aber allgemein gesehen, Gesundheit ist das nicht. Das ist eine oberflächliche Beschäftigung mit der Vorstellung davon was Gesundheit sein sollte.

Wirkliche Gesundheit ist wenn wir mit verschiedenen Einflüssen, Umweltgiften jeder Art (also auch eigenen geistigen oder die von anderen Menschen), Lebensumständen mehr oder weniger leicht klar kommen, bzw. eine entsprechende „Antwort“ geben können, dass heisst, unser Immunsystem „antwortet richtig“. Und das Immunsystem ist nicht nur etwas im Körper, für mich ist es vor einigem etwas „Seelisches“.

Homöopathie hat mich gelehrt dass wir den Menschen so annehmen müssen wie er ist und das, was für jemanden gesund ist, muss nicht für den anderen gesund sein. Und umgekehrt, was jemanden krank macht, merkt der andere gar nicht.

In einer homöopathischen Anamnese versuchen wir so urteilsfrei wie möglich zu sein und objektiv aufzunehmen was ein Mensch über sich sagt. Dabei sind aber nur einige der Symptome wichtig, weil genau sie uns zur Ursache und Quelle der krankhaften Störung bringen.

Manchmal ist es aber so dass manche Menschen glauben, ein „gutes Bild“ über sich in der Anamnese hinterlassen zu müssen. Sie glauben dass Homöopathen oder Heilpraktiker Gesundheitsprädiger sind, die anderen Menschen beibringen wollen wie man richtig lebt. Völlig falsch. Je ehrlicher ein Mensch in der Anamnese ist und auch bereit ist über seine „Schattenseiten“ zu erzählen, desto leichter ist es für Homöopathen das geeignete Mittel zu finden.

Es gibt Menschen die z.B. rohes Gemüse oder Vollkornbrot nicht ertragen. Sie kriegen enorme Verdauungsprobleme. Auf der anderen Seite, wenn diese Menschen Spaghetti oder Weißbrot essen, fühlen sie sich leicht und gut. Indoktriniert durch die Werbung, sie quälen sich mit Diäten, statt das zu suchen was ihnen gut tut, statt aufzuhören jemand anders sein zu wollen.

Nicht nur Yoga, vielleicht viel mehr hat mich Homöopathie gelehrt, in der Gegenwart zu bleiben und zu schauen, wo sich meine Lebensenergie gerade befindet, wo steckt sie eventuell, was sie braucht und wie es sich anfühlt wenn sie frei fließt. Sie können sich die Wirkung der Homöopathie so vorstellen: es ist die Lebensenergie (Hahnemann hat sie Dynamis genannt, im Yoga wird sie Pranashakti genannt) die auf ein homöopathisches Mittel (ein Impuls) „antwortet“. Wenn das Mittel gut ausgewählt ist, „jagt“ das Mittel die Lebensenergie bis sie alle Blockaden, Störungen und Vergiftungen im Körper und energetischer Hülle durchbrochen hat, bis die Lebensenergie wieder frei fließt. Das ist ein Zustand des Gleichgewichts und des Glaubens an sich selbst. Deswegen ist Homöopathie eine Erfahrungsmedizin und mit konventionellen Studien (noch) nicht belegbar. Verständnis über Krankheit, Gesundheit und Lebensenergie kann nur durch die eigene Erfahrung und eigene Heilung stattfinden.

Gesundheit ist für mich, ganz einfach gesagt, wenn die Lebensenergie frei fließt. Krankheit ist wenn in diesem Fluß Störungen vorhanden sind.

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Einige der besten Texte die ich über Gesundheit und Krankheit aus der homöopathischen Sicht gefunden habe, befinden sich auf dieser Webseite. Hier nur ein Auszug:

„Der Mensch ist längst krank, bevor sich eine Krankheit als organisch nachweisbare Erkrankung manifestiert. Lokale Befunde sind nur das Endergebnis des Krankheitsgeschehens vor dem Erscheinen körperlicher Läsionen. Dieses Krankheitsgeschehen, oft ohne Befunde mit nur subjektiv fühlbaren Symptomen einhergehend, betrachten Homöopathen als den eigentlichen Krankheitsprozeß. Hahnemann bezeichnete das als „Verstimmung der Lebenskraft“.
Verschiedene chronische Krankheiten und Beschwerden eines Menschen gehören aus der Sicht der Homöopathie zu ein und demselben chronischen Krankheitsprozeß. Hat jemand also mehrere Krankheitsdiagnosen gleichzeitig oder auch hintereinander, so sind diese nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern Ausdruck ein und derselben Grunderkrankung, welche auf einer tieferen Ebene liegt. Man sieht häufig am Verlauf einer Krankheitsgeschichte im Laufe des Lebens, wie diese Grunderkrankung immer tiefer in den Organismus vordringt – mit immer anderen Diagnosen, die heute meist als ziemlich unabhängig voneinander betrachtet werden. Durch eine nur auf die oberflächliche Erscheinung einer Krankheit gerichtete Behandlung, welche die zugrundeliegende Störung der sogenannten Lebenskraft (s. u.) nicht heilen kann, wird dem Krankheitsprozeß nur die Ausdrucksfläche geraubt, die Grunderkrankung besteht jedoch unverändert fort und manifestiert sich dann tiefer im Organismus, so daß die Krankheit dann nicht wirklich geheilt, sondern nur unterdrückt ist, selbst wenn das bestehende Leiden scheinbar erst einmal verschwunden ist. Kein Homöopath könnte sich mit seiner Behandlung zufrieden geben, wenn nach der scheinbaren Heilung einer Krankheit später ohne äußere Einwirkung eine schlimmere folgt.
Da die Homöopathie in der Lage ist, die Lebenskraft zu stimulieren, hat sie die Möglichkeit, diese Grunderkrankungen zu erreichen und sie auch zu heilen.“

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In Homöopathie, aber auch im Yoga, wird Krankheit nicht unbedingt als etwas Schlimmes angesehen, sondern als eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung und Stärkung.

Eine richtige homöopathische Behandlung bringt den Menschen zu vielen Einsichten über sich selbst und er entwickelt Selbstheilungskräfte. Eine homöopathische Behandlung bringt den Menschen aus dem Ungleichgewicht auf den „richtigen Weg“. Genauso das tut Yoga auch, aber auf eine andere Weise und es dauert eventuell ein Bißchen länger. Gemeinsamkeit der beiden Methoden liegt darin dass sie den Menschen stärken, so hat das Schwache oder Krankhafte keine Chance hat sich zu entwickeln oder sich mehr zu entwickeln.

Homöopathie und Yoga sind oft ergänzend und Homöopathie kann den Heilungsprozess beschleunigen. Wenn richtig angewendet, ist Homöopathie sanft und eine der genialsten Heilungsmethoden aller Zeiten.

Sein und haben

Die Sprache ist ein mächtiges Instrument, jedoch werden viele Begriffe oft verwechselt, bzw. ihre wahre Bedeutung und Anwendung nicht richtig angewendet. Besonders auf dem spirituellen Weg ist eine genauere Beobachtung der Wörter und deren Bedeutungen wichtig und wie wir sie benutzen.

Ein Paar Beispiele:

Ich bin Andreas.

Ich habe Kopfschmerzen.

Ich denke.

Du fühlst.

Natürlich haben sich in der Sprache manche Sachen einfach verselbständigt und wir verstehen schon worum es geht, aber lass uns entwas genauer anschauen was man damit sagen wollte.

„Ich bin Andreas.“

Andreas ist ein Name, also bin ich der Name? Andreas ist auch eine Person. Weiss Andreas überhaupt was er ist, wer er ist, was für eine Person? Was macht eine Person aus, was macht Andreas als Person aus? Wir können keine klare Vorstellung haben, was Andreas ausmacht und wer Andreas ist, auch wenn er uns 100 Mal „Ich bin Andreas“ sagt. Genauer könnte er sagen: „Ich heisse Andreas.“ oder „Mein Name ist Andreas.“ Das ist eine genaue Beschreibung der Tatsache und damit können wir mehr anfangen. Zum Beispiel: „Du heisst Andreas, aber weiss du wer oder was du bist? Bist du dein Beruf? Eine Rolle im Leben? Vater, Freund, Angestellter? Wer oder was bist du eigentlich?“ Darauf gibt es nicht eine einfache Antwort ausser man ist von Geburt an erleuchtet oder sich schon mit Jnana Yoga eine Weile beschäftigt hat.

„Ich habe Kopfschmerzen.“

Wenn wir dieses „ich“, nicht mit Körper, Geist oder Ego identifizieren, kann dann das „ich“ Kopfschmerzen haben? Eine genauere Beschreibung wäre: „Ich oder „das ich“ erfährt gerade Schmerzen im Kopf, einem Teil des Körpers“. Wir besitzen, haben unseren Körper und momentane Schmerzen des Kopfes sind wie ein Päckchen was wir eine Weile mit sich tragen müssen, aber unser „ich“ ist noch immer da, unberührt vom Schmerz. Genauso ist das „ich“ von Freude oder einem plötzlichen Glück unberührt, weil was oder wer sich freut oder trauert, ist das Ego. Das erfahren des wahren Ichs ist mit einer großen Freude und Glückseligkeit verbunden, aber nicht davon abhängig oder nicht identisch damit.

„Ich denke.“

Das ist ein tiefgreifender Satz. Wer oder was ist ich? Wer oder was ist das was denkt? Wer denkt? Sogar die Fragen bieten auch eingeschränkte Möglichkeiten für die Antworten. Bin ich der Geist der denkt? Und wenn ja, was ist der Geist? Bin ich das Gehirn, in dem Gedanken produziert werden? Bin ich der Geist, in dem Gedanken produziert werden?

Oder: Habe ich das Gehirn? Habe ich den Geist? Wenn ich das alles habe, wo ist denn das „Ich“? Wo befindet sich dieses „ich“? Offensichtlich ist das „etwas“, was den Geist und seine unaufhörliche Tätigkeit – Gedanken zu produzieren – wahrnehmen kann. Das „ich“ nimmt den Geist wahr, dann kann das „ich“ nicht der Geist sein, es kann den Geist nur haben! Obwhol wir uns tagtäglich mit unserem Geist identifizieren und glauben, wir seien der Geist oder wir seien unsere Meinungen.

Die Übersetzung von „Ich denke“ könnte sein: „Das ich nimmt Gedanken wahr.“ oder „Ich – das was ist – beobachtet gerade Gedanken, die im Geist, wie auf einer Kinoleinwand, kommen und gehen.“

All diese Fragen sind nicht nur reine Philosophie, sie kommen aus einem Zweig des Yoga, welches Jnana Yoga heisst, Yoga der Erkenntnis. Jnana Yoga kann manchmal anstrengender als Asanaüben werden, weil es uns zwingt, Identifikationen allem was im Leben durch Erziehung, Schule und Erfahrungen angehäuft wurde, loszulassen. Jnana Yoga heisst, „das wahre ich“ zu erfahren, das wahre Selbst zu erkennen.

„Du fühlst.“

Fühlst Du wirklich, oder erfährt dein Körper oder Geist gerade etwas? Das „ich“ kann eigentlich nicht fühlen, wir glauben nur dass ein abstraktes „ich“ etwas fühlt. Wir wissen nicht mal was oder wer wir sind. Haben die meisten Menschen überhaupt Lust, Kraft und Interesse, mit existentiellen Fragen sich zu beschäftigen? Wer weiss schon ganz genau was oder wer man ist?

„Es“ oder das „ich“ oder „das was ist“,  kann ein Gefühl, ein Geschehnis wahrnehmen. Das „ich“ beobachtet und, mittels Körper, Geist und Sinne, erfährt. Das „ich“ kann nicht direkt fühlen, denken oder irgendetwas machen, ausser zu sein! Das „ich“ IST einfach, ohne Schnick-Schnack. Es muss nichts tun, nirgendwohin gehen oder bleiben, es hat kein Geschlecht, es kennt keine Zeit und Raum, es ist hier und überall, untrennbar, es war, es ist und es wird. Gefühle sind nur vorübergehende Wetterlagen, Stürme oder Sonnenschein, aber oft identifizieren wir uns auch mit unseren Gefühlen. Oft nehmen wir etwas Vergängliches als Wahrheit.

Die Erkenntnis, dass man das ist, was Nicht-Vergänglich ist, heisst es: Sat-Cit-Ananda (das bewusste Sein, die Erfahrung des grenzenlosen Seins. Sat ist die Wahrheit, Cit ist das Wissen, Ananda ist die Glückseligkeit, möglicherweise aus dem Wort Ananta gekommen, was Unendlichkeit beduetet.

„Das Sein“ ist immer frei. Nur unsere Identifikationen, Anhaften an das Äußerliche, an unsere Gedanken, an Bedürfnis ständig Strukturen zu finden, die etwas erklären sollten. Es macht Angst, keinen Boden unter den Füßen zu spüren oder leer zu sein und nichts zum anlehnen zu haben, zumindest einen Standpunkt, etwas vorauf man sich verlassen kann, Herkunft, Land, Bücher, Gesellschaft. Deswegen wollen auch viele Menschen keine Freiheit, weil sie nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Die meisten Menschen werden nicht zur Freiheit erzogen, in der Schule lehrt man nichts darüber. Es wird eher dazu gezwungen sich anzupassen und zu glauben dass man nicht genug so ist, wie man schon ist. IST.

Freiheit zu erfahren ist auch eine Übung, eine andauernde Yogaübung! Auch ich übe ich mich noch, aber immer mit mehr und mehr Vergnügen.

Um ungefähr dir vorstellen zu können, was Jnana Yoga ist, sowie den Unterschied zwischen haben und sein, empfehle ich Videos von Mooji.

 

Yoga Retreats damals und heute

Retreats oder Rückzüge gab es schon immer, als eine religiöse oder spirituelle Praxis. Das konnte individuell in Klöstern oder auch in Form von einer Versammlung der Gleichgesinnten stattfinden. In beiden Fällen ging es um einen Abstand vom Alltag zu gewinnen, um nachzudenken und die spirituelle Praxis zu vertiefen, die Worte des Gurus zu hören, sich in einer spirituellen Gemeinschaft „weiter zu entwickeln“.

Yoga Retreats gab es früher meistens nur in Ashrams (klösterähnlichen spirituellen Zentren, ursprünglich in Indien). Es ging oft um einen längeren Aufenthalt, manchmal jahrelangen. Es gab, damals wie heute, die Möglichkeit als „Karmayogi“ in einem Ashram zu arbeiten um dafür Essen und Unterkunft zu bekommen und am Programm teilzunehmen. Aber auch einfach so, als Yoga- oder Medtiationsinteressierte, kann man in den Ashrams eine längere Zeit verbringen. Indische Art von Ashrams und spirituelle Kommunen haben sich schnell in der ganzen Welt verbreitet.

Populär waren und sind noch immer z.B. Maditation-Retreats in buddhistischen Ashrams wie z.B. Vipassana Meditation und auch Yoga / Ayurveda Retreats in Indien. Die Teilnehmer tauchen in das spirituelle Leben tiefer ein. Es ist eher eine besondere Entscheidung und nicht ein Urlaub. Man kann sich nicht so leicht oder beliebig für etwas anderes entscheiden, auch wenn es jemandem nicht so wirklich gefällt. Oft wird so ein Aufenthalt als ein Test, eine Übung fürs Ego angesehen und nicht als eine Entspannung oder Wellness. Die inneren Konflikte, werden als ein Prozess, das „eigene Thema“ oder Mißverständnisse mit anderen Teilnehmern als „eigener Spiegel“ angesehen.

Die meisten heutigen Yoga Retreats, welche ungefähr in den letzten, höchstens 10 Jahren in der ganzen Welt angeboten werden, sind eher ein Urlaub mit Spuren von einem Retreat, weil ein Yoga Retreat von heute meistens nur eine Woche dauert. Die Grenzen zwischen einem Urlaub und Retreat sind nicht mehr so klar, bzw. ein Urlaub wird Retreat genannt.

Man muss heutzutage nicht mehr in eine weit entfernte Kommune oder Ashram gehen um sich zurückzuziehen. Yoga und Meditation Retreats können sogar in einer Großstadt stattfinden. Ein Yoga Retreat oder Urlaub mit Yoga, sowie nur ein Wochenende mit Yoga ist heutzutage jedem zugänglich geworden, was sehr gut ist, aber anderseits hat es an der Bedeutung vom Retreat verloren.

Sicherlich ist eine Reise mit Yoga ein Erlebnis, aber es ist eher unmöglich, in nur einer Woche die Wirkung eines Retreats tiefer zu erleben, bwz. seine langfristige Wirkung zu spüren, ausser man übt schon länger Yoga und sieht so ein Retreat als eine Abwechselung und Vertiefung der eigenen Yogapraxis. Retreats heutzutage, sind eher Tage mit Yogastunden, gutem Essen, vielen Gesprächen und der Kontakt mit den „Reizen der Außenwelt“ ist locker.

Bei jeder spirituellen Praxis, dauert es mindestens 21 Tage bis sich der menschliche System auf neue Einflüsse und Energie gewöhnt, oder sie im „eigenen System“ befestigt, verinnerlicht. Erst nach dieser Zeit beginnen sich die Wrkungen überhaupt zu entfalten. Alles was vor diesen 21 Tagen passiert, sind nur Spuren, die kleinen Impulse vom Yoga. Verkürzte Angebote und größere und schnellere Reisemöglichkeiten haben es geschafft, Yoga auch in so eine kurze Zeitspanne, effektvoll anzubieten und doch einen kleinen, aber wichtigen Rückzug zu ermöglichen. Jedoch ist es unehimlich wichtig, besonders für Menschen die im Yogaurlaub oder einem Retreat mit Yoga erst angefangen haben, Yoga weiter zu praktizieren.

Die meisten Retreats heutzutage sind nur ein kleiner Ausflug in die Welt des Yoga. Trotzdem ein schöner!

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Yoga Retreats 2008-2018, ein Rückblick zum Jahresende

Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, denke ich: „Hey das war gar nicht mal so schlecht!“ und bin unheimlich stolz auf mich. Vielleicht hört sich das etwas überheblich an, aber ich bin aus diesen Gründen stolz:

1. trotz einer geringer Anzahl der jährlichen Retreats, habe ich damit nicht aufgehört

2. auch wenn mir ein Retreat kein finanzielles Vermögen gebracht hat, blieb ich dabei, weil es mir Spaß machte

3. es hat mein fast verlorenes Vertrauen in Menschen, Natur, Universum und mich selbst gestärkt

4. es hat mir gezeigt, dass wenn Dinge aus dem Herzen geplant werden, auch tatsächlich stattfinden!

Und so fing es an:

2008

In diesem Jahr wurde die Idee von Yoga Retreats in Kroatien geboren, sowie meine freiberufliche Yoga Arbeit unter dem Namen „Der kleine Tempel“. Da im Jahr 2008 Werbemöglichkeiten eher beschränkt waren und Social Media noch nicht in diesem Maße wie heute entwickelt war, kam zum Retreat nur eine Person! Eine aber feine. Wir machten Yoga in Lovran, am frühen Morgen, mit dem Ausblick zur Kvarner Bucht.

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Lovran Strand beim Sonnenaufgang

2009

Ich entdeckte das Yoga Retreat „Suncokret“ welcher schon damals ein der ersten Retreats in Kroatien und Europa war, als ein fester Ort für alle Yogainteressierte, auf der Insel Hvar. Ich weiss nicht woher ich den Mut gesammelt habe, dort ein Kirtan Retreat anzubieten. Wer noch nicht weiss, Kirtan ist eine besondere Art des Mantrasingens, oft mit Instrumenten begleitet. Der „Kirtanleader“ singt die erste Strofe und die Gruppe wiederholt dann diese Strofe. Und so geht es weiter, bis man fast in eine Art Trance fällt oder zumindest in eine Art der Glückseeligkeit.

Es ist schon mehrfach nachgewiesen dass Singen allgemein heilsam ist oder sein kann. Wie unterscheidet sich dann das Mantrasingen vom Singen allgemein?

Melodie und Töne können verschiedene Veränderungen im Gehirn aufweisen, positive wie negative, guttuende oder nicht-so-gut-tuende. Es ist schon ein Unterschied wenn man schöne und unterstützende Worte hört und aufnimmt oder zerstörerische.

Die alten Rishis waren die Weisen, die „Seher“ und die „Wissenden“. Wie das oft in der Religion oder Spiritualität ist, die heiligen Texte werden manchen Menschen einfach – offenbart. Nicht umsonst heisst Sanskrit Devanagari Sprache oder die Sprache der Götter. Damit meinten sie nicht (wie oft in anderen Religionen vorhanden) bestimmte Regeln, sondern die Eigenschaften jeder Silbe! Die Silben verbinden sich nach bestimmten Regeln und verursachen bestimmte Wirkungen. Wörter verbinden sich in Hymnen und Aufrufe (die man noch heutzutage auf Ganges bei Ritualen hören kann). Jedenfalls wussten die Rishis von der Wirkung des Klangs aufs Gehirn und nicht nur das, sie wussten das der Klang eine Schwingung ist, welche auf die Materie wirken kann.

Ein Klang, wenn richtig eingesetzt, kann etwas verändern, „in Tune“ bringen. So bringen wir uns mit richtig gesungenen und eingesetzten Mantren auch „in Tune mit dem Universum“.

Kirtan ist auch eine Art Reinigung. Es werden (oft unnötige) Gedanken, Bilder, Muster und Samskaras (Eindrücke die in der Unterbewusstseins-Festplatte gespeichert wurden) „gereinigt“, wie wir sonst z.B. unsere Computer reinigen. Jedoch es muss unterschieden werden: ob man damit etwas nur unterdrückt hat oder etwas richtig gelöscht, bzw. besser gesagt, transformiert hat.

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Kirtan Workshop 2009, Photoquelle: Suncokret Body and Soul Retreat, Insel Hvar

 

2010

Im Jahr 2010 waren Yoga Retreats etwas populärer geworden, so bekam ich ein Paar mehrere Interessentlnnen für mein Yoga Retreat in Lovran und ich bot wieder ein Yoga Retreat im „Suncokret“ auf der Insel Hvar an. Diesmal ging es um die „Wirkung der Asanas auf körperlichen und geistigen Ebene“. Hier kam mir intuitiv das Bedürfnis, Asanas in einem Kreis auszuführen und ich merkte, dass die energetische Wirkung dann anders ist. Menschen spüren dadurch stärker, dass sie ein Teil des Ganzes sind und dass man nicht immer auf sich alleine angewiesen ist, sondern dass man durch die Beziehungen und Zusammenhalt viel lernen und viel bewegen kann. Es war für mich selbst eine wunderbare lehrreiche Erfahrung.

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Photoquelle: Suncokret, Body and Soul Retreat, Insel Hvar 2010

 

2011

In meinem letzten Schwangerschaftstrimester mache ich noch Yoga am Strand in Lovran mit netten österreichischen Teilnehmerinnen 🙂

YogaLovran2011meditation2Yoga und Meditation in Lovran, 2011

 

2012 und 2013

Da ich selbst zum zweiten Mal frisch gewordene Mama wurde, biete ich in den zwei folgenden Sommer Retreats für Familien an, wieder in meiner Heimat, der Kvarner Bucht. Yoga mit Kindern und Eltern kann in einer Familie systemisch auch viel verändern!

 

2014

Ein Retreat in Crikvenica, mit Yoga Nidra geführt von Yogalehrerin und Architektin Nives, wunderbare Ausflüge nach Insel Krk und wie immer, das tolle vegetarisch-veganes Essen nach Fünf-Elemente-Küche. Und ja, ein Lavendelflechten Workshop war auch dabei.

Yoga Retreat mit Chakra Workshop und Yoga Nidra, Crikvenica 2014

 

2015

Einer der unvergesslichen Retreats war sicherlich Yoga und Zhineng Qi Gong Retreat mit Anita Ilicic in Brsec, wieder in meiner Heimat Kvarner Bucht. Das Haus mit einem fantastischen Ausblick, von einem der bekanntesten kroatischen Künstlern – De Karina – wird sich für immer in unsere Erinnerungen einprägen: schlafen unter den Sternen, die Sonnenaufgänge, der Ausflug nach Rovinj und viele andere, unbezahlbare Momente…

Yoga und Zhineng Qi Gong, Brsec 2015

2016

Ein Yoga und Zen Meditation Retreat mit Benjamin Rakidzija und Yoga und Zhineng Qi Gong Retreat, wieder mit Anita Ilicic, diesmal auf der anderen Seite des Ucka Gebirge, oberhalb von Lovran. Viel Wandern, Ausflug nach Beli auf der Insel Cres, ruhige Nächte weit weg vom touristischen Trubel, Wandern im Ucka Gebirge…

Yoga, Zen Meditation, Qi Gong und Wandern im Ucka Gebirge

2017

Im Jahr 2017 entscheide ich mich wieder für Dalmatien und diesmal eine andere Insel – Korcula. Ich entdecke die wunderbaren Leuchttürme Kroatiens und biete ein Yoga Retreat auf einer Leuchtturm-Insel und in Lumbarda auf der südöstlichen Seite der Korcula Insel. Die Besonderheit des Retreats auf der Leuchtturm Insel ist, dass die ganze Insel während der Woche der Yogagruppe „gehört“ und das ist ein Retreat oder der Rückzug vom Alltag oder Zivilisation, im wahrsten Sinne des Wortes!

Yoga und Self Inquiery Meditationen, 2017

2018

Wiederholung des Vorjahres: Leuchtturm Insel mit Self Inquiery Meditationen und Lumbarda mit Mudra Workshop geleitet von Tomislav Madjar, Wiederentdeckung des Partneryogas und Asanas im Kreis. Und eine Neuentdeckung: Insel Susak, mit Yoga im Weinbaufeld!

Insel Susak mit exotischen Sandstränden und fantastischen Wandernwegen
Plocica und Lumbarda Retreat 2018

 

Wie es im 2019 aussehen wird, weiss ich noch nicht. Ich plane oft spontan und es muss mit meinem inneren Gefühl resonieren. Ich vermute, ich bleibe wieder in der Kvarner Bucht, aber es zieht mich auch zu meiner zweiten dalmatinischen Heimat Novigrad in der Nähe von Zadar an.

Jedenfalls wünsche ich euch ein tolles neues Jahr! Vielleicht sehen wir uns in Kroatien!

Atme deinen Geist

Warum ist das Atmen im Yoga so wichtig?

Erstens, ist das tiefe Atmen durch Stress, Umweltverschmutzung und hektisches Leben fast nicht mehr möglich. Das tiefe Atmen wird einfach vergessen, verlernt und mit Yoga kann es wieder erlernt werden.

Zweitens, jeder Atemzug steht im Yoga in direkter Verbindung mit dem Geist oder sagen wir mal, mit der Substanz des Geistes. In Yoga wird sie Vrittis genannt. Es gibt so viele Vrittis oder Bewegungen des Geistes dass wir sie alle nicht bewusst wahrnehmen können…Es arbeitet ständig.

Da die Yogis schon vor tausenden von Jahren festgestellt haben das der Atem in direkter Verbindung mit dem Geist und, besser gesagt, mit dem Zustand des Geistes ist, fangen sie an bestimmte Meditationen durchzuführen, was ihnen ab einem Zeitpunkt ermöglicht hat festzustellen dass der Geist ein Tool ist, aber nicht die Essenz des menschlichen Wesens. Mit Pranayama konnten sie ihr Prana (die Lebensenergie) und im Endeffekt auch ihr Leben, steuern.

Vielen ist bekannt, dass so wie wir denken so können wir werden. Aber vielen ist nicht bekannt dass der Atem unseres Denken verändern kann. Deswegen sagte Patanjali, ein Yogi der als erster Yogaweisheiten in Yogasturas niedergeschrieben hat, dass „Yoga´sch chitta vritti nirodhah“ ist (Yoga ist das „zur Ruhe Bringen“ der Bewegungen im Geist.) Damit meinte er unter Yoga nicht nur Asanas (Yogakörperhaltungen, bzw. Yoga wie wir es heute meistens kennen) sondern auch Atemübungen und Meditation, was auch nicht als getrennt angesehen werden kann.

Unter Stress atmen wir unser Leben aus uns heraus. Unsere Lebensenergie wird leichter verloren. Wir veratmen unser Prana (die Lebenskraft, die Energie, die in uns steckt). Wir möchten aber das Leben einatmen und leben! Die erste Übung die uns dazu bringt ist tief in den Bauch einzuatmen und spüren wie der Sauerstoff das ganze Becken füllt. Jedem ist auch das Gefühl bekannt wenn man mit voller Lunge einatmet, ein Gefühl der Erleichterung oder sogar Freude und Zufriedenheit ist automatisch vorhanden. Dazu kann zum Beispiel die vollständige yogische Atmung verhelfen.

Yoga, so wie ich es praktiziere, beinhaltet verschiedene Atemübungen, die es dem Anwender ermöglichen, sein Prana und verschiedene Pranayama Übungen kennenzulernen. Wir laden unsere Akkus aktiv durch bewusstes Atmen auf. Mit mehr Lebenskraft gelingt es uns, Freiräume zu schaffen, Dinge abzuwehren, die unsere Lebenskraft verstimmen. Jedoch für eine ernste Beschäftigung mit dem Prana ist ein erfahrener „Pranayama Guru“ notwendig! Auch ganz wichtig ist es – nicht zu rauchen.

Gerne zeige ich dir,

in der traumhaften Umgebung von der Insel Susak, die alten indischen Lehren des Pranayamas, vom 15. bis 22. Juli 2018.

 

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Laufen im Sinne von gehen ist für mich eine der besten Yogas oder Meditationen. Oft geschieht bei vielen Leuten intuitiv und spontan ein meditativer Zustand beim Laufen, aber viele Yogis, Philosophen und andere Lehrer und Lehrerinnen kamen zur Erkenntnis dass das Laufen als eine Meditation auch bewusst praktiziert werden kann.

Seit meiner Jugend unternahm ich täglich Spaziergänge, bzw. leichte Wanderungen am Meer, auf dem bekannten 12 km langen Küstenweg Lungo Mare in Kroatien wo ich aufgewachsen bin.
Diese Spaziergänge sind für mich eine Gewohnheit geworden, ein Treffen mit mir selbst und bald sind sie ein Bedürfnis geworden, währenddessen ich meine Gedanken, Emotionen und alles was man sonst so mit sich trägt, verarbeiten und loslassen konnte.

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Diesen Prozess kann man ganz genau beobachten und er hat normalerweise mehrere Phasen. Es fängt relativ einfach, ganz logisch an; der Kreislauf wird begünstigt und es entsteht ein allgemeines Wohlgefühl im Körper. Das Gehirn wird auch „zufrieden“.

Meine Spaziergänge damals und heute waren immer ziellos, was meine potentielle Begleiter oft abschrekte, wieso kann man denn so ohne Plan herumlaufen? Eigentlich war das auch gut so, da solche Spaziergänge am besten alleine durchgeführt werden sollen, wenn du in Kontakt mit deinem Selbst kommen möchtest.

Aus einer kleinen Runde durch die Stadt entwickelte sich später eine Praxis von mehreren Stunden. Es ging einfach darum, sich vom Gehen selbst führen zu lassen, sich auf einen unbekannte Kurzreise einzulassen. Nie weiss man was so ein Spaziergang bringt. Vielleicht gar nichts, aber vielleicht wertvolle Erkenntnisse. Im Endeffekt ist das aber nicht wichtig. Es tut einfach gut, vielen Menschen würde es guttun, glaube ich.

Es machte mir Spaß, sich von meinen Beinen ganz leicht, vertrauensvoll und ohne irgendwelchen Hintergedanken führen zu lassen. Jeder Spaziergang war und ist noch immer eine kleine Überraschung, ein V-Effekt zum Alltag. Auch wenn man schon das tausende Mal den gleichen Weg genommen hat, ist er irgendwie immer neu.

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Paradox klingt es dass diese Ziellosigkeit des Gehens doch viele kurzweilige Ziele beinhaltet. Dazu führen viele verschiedene Wege und Richtungen. Die Aufmerksamkeit auf dem Weg wird von vielen Sachen aufgefangen, man nimmt bewusst oder unbewusst alles wahr. Aber mitmachen oder sich ablenken zu lassen muss man nicht, es ist ein Beobachten ohne anzuhaften oder nicht länger anzuhalten.

Die Situationen bei einem Spaziergang sind so unterschiedlich, aber irgendwann sind diese Unterschiede auch nicht mehr wichtig. Man wird ein Teil des gesamten urbanen Bildes, aber man hat die Freiheit das Bild zu bestimmen, bzw. man beobachtet wie dieses „Bild“ von alleine entsteht.

Ein halbstündiger Spaziergang, sogar in einer lauten großen Grostadt wie Berlin, kann symbolisch das ganze Leben darstellen. Du gehst von A bis B und auf diesem Weg triffst du verschiedene Menschen und Situationen. Vielleicht kommuniziere ich mich jemandem, vielleicht guckt mir jemand nicht freundlich entgegen, jemand vielleicht doch, vielleicht schenke ich die Aufmerksamkeit einer schön angezogenen Frau oder Mann, einer Mutter mit Kinderwagen, dem schreienden Baby im Kinderwagen, dem Bettler, der Polizei, hetzenden Business- Männer und Frauen, Betrunkenen, Menschen auf Drogen, Verrückten, Nonnen, Schawarmafleischlieferanten, Verliebten, Kriminellen, Rentnern, Künstlerinnen, Hunden… und so vielen anderen Formen und Existenzen… aber ich gehe einfach weiter, ohne auf einer Stelle zu bleiben (wenn das nicht nötig ist), auch ohne sich mit einem Gedanke, einer Beobachtung länger zu beschäftigen. Das nicht-anzuhaften wird durch die Bewegung leichter und kommt auf ganz natürliche Weise vor.

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Alles läuft an mir vorbei und ich laufe an Allem vorbei. Ich fühle mich dabei irgendwie ganz in mir und mit mir. Mit jedem weiteren, gleichmäßigen Schritt werde ich mehr und mehr (das wahre) ich und lasse alles was ich nicht brauche oder nicht bin, in die verschmutzte Stadtluft auflösen.

Die zweite Phase so einen ziellosen Spaziergangs lautet ungefähr: „der zufriedene Geist“ (weil etwas „geklärt“ wurde). Die Gedanken kommen hoch und werden durch die Bewegung des Laufens wie recycled; die „guten“ und „sinnvollen“ bleiben im Bewusstsein, sie entfalten sich als wahre Erkentnisse manchmal weiter, manchmal werden sie vergessen.
Was ganz interessant ist, die Gedanken die nicht so sinnvoll sind, verlieren an ihrer Bedeutung. Dann kann man manchmal beobachten dass man vor dem Spaziergang einfach Opfer der eigenen Gedanken war und nicht Herrscher seines Geistes (was eigentlich der wichtigste Ziel des Yogas ist!). Eventuell hat man sich vor dem Spaziergang mit jemandem gestritten, oder etwas unangenehmes erfahren, sich Sorgen gemacht etc. Nach dem Spaziergang (und je länger er ist, desto besser) kommt man oft auf ganz andere Gedanken. Die Wichtigkeit der Sorge relativisiert sich. Man hat vielleicht während des Spaziergangs etwas schönes erlebt, Blick einer hübschen Frau aufgefangen, Lächeln eines Kindes, etwas interessantes entdeckt. Das wichtigste ist es aber dass man wieder zu sich selbst gekommen ist und das man wieder bei sich ist und nur aus dieser weidergefundenen Mitte kann man bessere Entscheidungen treffen. Oft entstehen während Spaziergängen neue und kreative Ideen – das ist die dritte Phase.

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Man kann die Ideen, welche beim Laufen entstanden sind, aufschreiben. Es passiert oft dass sie dannach „verschwinden“. Das ist aber auch nicht so schlimm, es ist nur ein Zeichen dass sie vielleicht ein klärender Sonnenschein waren, aber nichts weiteres. Die Ideen die wirklich gut sind, werden auch ohne aufschreiben bleiben und sich vielleicht realisieren.

Dass die Bewegung zu meditativen Zuständen beibringen kann, wussten schon viele Yogis und Lehrer. Es ist für manche Menschen leichter die Hektik des Alltags so zu verarbeiten um dadurch zur Ruhe und Glückseeligkeit zu kommen. Dieses Bedürfnis sehen wir heute z.B. bei dynamischeren Arten vom Yoga. In westlichen Ländern sind sie oft deswegen entstanden, weil der westliche Mensch zu vielen Reizen ausgesetzt ist und nie gelernt hat statt sich abzulenken, sich bewusst die Zeit für sich zu nehmen. Immer muss er etwas tun, eine Leistung erbringen, so auch im Yoga. In China, Indien und Japan ist es vielleicht anders, weil es dort Meditationstechniken seit tausenden von Jahren gibt, ganz andere Umstände und Meditation und Yoga sind oft ein normaler Bestandteil des Alltags. Für den westlichen Menschen ist eine dynamische Bewegung die Brücke zur Meditation und irgendwann kommt eventuell die Zeit wo das auch ohne diese dynamische Brücke möglich ist.

Natürlich ist es schöner in einem Wald oder irgendwo in der Natur zu laufen, aber in einer lauten Stadt wird man trotzdem die meditativen Effekte eines Spazierganges spüren können. Das-Laufen-durch-die-Stadt-Sadhana ist genauso wie Yoga an ausgefallenen Orten, ein toller Wegweiser.

 

 

Die Kraft liegt definitiv in der Entspannung

In meinen Yogastunden verwende ich oft Wörter wie: „Alles entspannen“, „loslassen“ oder „lass im ganzen Körper los“. Manchmal gehe ich mir selbst auf die Nerven, aber es ist ein Teil von mir geworden und ich selbst muss mich daran immer wieder erinnern.
Für Anfänger im Yoga ist es oft schwer zu entspannen weil der Fokus auf der Ausführung von Asanas liegt („Mache ich das richtig?“, „Schaffe ich das?“). Es ist aber auch für Menschen die schon lange Yoga machen, schwer richtig und wirklich, tatsächlich zu entspannen. Durch Yoga wird man nicht vom Leben geschohnt! Eine rosa Yogamatte ist keine Garantie dass dich dein Leben nie wieder herausfordern wird.

Der Körper und der Geist speichern alles und verarbeiten ständig, auch wenn man das nicht will. Gerade deswegen ist die Entspannung von unglaublicher Wichtigkeit für unseres eigenes, und nicht nur unseres eigenes, Wohl.

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Es ist nicht leicht, das ganze Leben einfach so „zu entspannen“. Seit der Geburt ist man ständig in einer Art Anspannung. Durch das Leben, besonders in einer Großstadt, durch alle Umstände und Besonderheiten des Lebens, vergessen wir zu entspannen und bleiben zu oft im Modus der Abwehr oder Flucht.

Ich merke dass mir die Tage um Weihnachten und Silvester sehr gut getan haben, obwhol ich Yoga im Sinne von Asanas (Yogahaltungen) nicht gemacht habe. Diese Tage kann man eher als tamasisch beschreiben; Tamas ist in Sanskrit das Wort für die „dunkle“ Eigenschaften wie z.b. Trägheit, Faulheit oder Lethargie. Eigentlich keine wünschenswerte Eigenschaften, aber es ist falsch zu behaupten, dass sie nicht in Ordnung sind. Sie sind ein Teil des Kreises welcher nach der yogischen (und auch ayurvedischen) Lehre, aus Tamas, Rajas und Sattwa besteht. Rajas ist die Eigenschaft der Aktivität / Bewegung und Sattwa ist die Eigenschaft der Ausgeglichenheit und Frieden.

Wir streben zum Sattwa, aber das ist oft so schwer, auch deswegen weil wir nicht ausreichend entspannen und loslassen können. Im Leben wird es immer zu reibungen kommen, auch wenn wir im Sattwa Zustand sind. Aber je mehr wir in diesem Zustand sind, desto mehr können wir unsere Reaktionen auf die Umgebung entsprechend ändern.
Für viele ist es nicht leicht mit der Entspannung, oder vom Außen gesehen, mit dem Nichtstun klarzukommen. Wir sehen oft nicht dass das Nichtstun eigentlich ganz schön Vieltun ist. Das ist eine Zeit der Vorbereitung und Sich-sammeln. Eine absolut notwendige Zeit. Manchmal darf man sich sogar gehen lassen, besonders wenn man ein Mensch ist der ständig etwas tun muss um sich von sich selbst abzulenken, wenn man arbeitssüchtig oder zum Burn Out neigt.

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Yoga und die Entspannung beim Yoga ist ein Weg zur mehr Entspannung im Leben. Eine Yogastunde besteht aus Asanas, also Yogakörperhaltungen, aber das wichtigste ist eigentlich die Endentspannung wo man einfach auf dem Rücken liegt und versucht sich nicht zu bewegen und nicht einzuschlafen wenn es geht (aber einschlafen ist, für mich, auch ein gutes Zeichen; wenn der Körper es so will, dann hat er es auch dringend gebraucht!).

Es gibt Menschen und Yogastunden wo man schon vor der Endentspannung rausgeht oder man hat keine Zeit oder Umstände dafür. Damit verpasst man einen sehr wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Teil des Yogas. Erst in dieser Endentspannung fängt Yoga eigentlich zu wirken!  Und hält danach. Damit unterscheidet sich Yoga auch vom Sport, Fitness oder Entertaintment.

Ohne Endentspannung kann es zu kleineren „Nebenwirkungen“ kommen, es fehlt etwas, dieser langsamer Ausgleich, ein natürlicher Prozess wird unterbrochen. Shavasana (Totenhaltung) schließt eine Yogapraxis ab und regeneriert auf allen Ebenen. Ganz schön ist es zu beobachten wie sich dabei die Gehirnwellen verwandeln, in einen tieferen Zustand kommen wo man den Zugriff auf das Unterbewusstsein und Intuition hat.

Je tiefer die Entspannung, desto tiefer ist der heilende Effekt des Yoga.

Eine richtige Entspannung ist wie eine leichte Trance, aber gleichzeitig vollkommene Präsenz. Eine richtige Entspannung unterscheidet sich von einer Ablenkung (weiterer Reizüberflütung) in dem man merkt dass man gelassener auf die Lebensumstände reagiert. Eine tiefe, Entspannung gibt auch manchmal neue Ideen und Lösungen, sie kommen oft im Zustand wo man das Rationale so viel wie möglich ausschließt. In einer richtigen Entspannung kommt man auf das Wesentliche und lässt los, was nicht (mehr) wichtig ist.

Hier sind ein Paar kurze, praktische Übungen für verschiedene Entspannungen, beim Yoga oder auch woanders:

1. Fühlst du dich aufgeregt, atme in den Bauch hinein. Höre besonders deine Ausatmung dabei.
2. Um zu entspannen, fange mit kleinen, aber sehr wichtigen Schritten. Schließe die Augen. Entspann die Augen – bewusst. Was hast du davon wenn du die Augen schließt aber sie weiter auch geschlossen unruhig bleiben?
3. Richte den Blick nach innen, schau liebevoll zu dir selbst. Vielleicht glaubst du dass du im Leben nicht alles richtig gemacht hast, aber jetzt, in diesem Moment in dem du die Augen geschlossen hast, ist alles richtig so wie es ist, weil es nur jetzt gibt. Sonst wärst du auch nicht hier. Und auch nicht jetzt.
4. Lass dir Zeit um wieder einzuatmen oder halte für ein Paar Momente die Luft nach dem du eingeatmet hast. Nimm diese Milisekunden des nicht-Atmens wahr. Die Momente zwischen Ein- und Ausatmen und Momente zwischen Aus- und Einatmen. (Diese Übung solltest du aber nur dann machen wenn du dich dabei 100% wohlfühlst.)
5. Vor dem Schlafen gehe bewusst durch deinen Körper und entspanne Schritt für Schritt den ganzen Körper oder kürzer: lass deinen Körper so entspannen als ob er mit der Matratze verschmelzen möchte, lass dich fallen. Du wirst merken wie angespannt du warst – ohne es zu merken!

 

Sport und Yoga – Unterschiede und Ergänzungen

Neulich hatte ich die Gelegenheit an der TU Sport in Berlin zu unterrichten. Ein Yogakurs wird hier unter Sportkurse geführt, was nur teilweise richtig ist, aber besser so als überhaupt nicht. Warum ist denn Yoga nicht als Sport anzusehen? Ich versuche diesen Artikel in Form von Fragen und Antworten zu schreiben.

Ist Yoga Sport?
Nein oder nur sehr wenig. Yoga beinhaltet sportliche Bewegungen des Körpers, jedoch ist ihr Ziel nicht eine bestimmte Leistung, Rekord, ein Sieg oder Muskeltraining.

Ist Sport Yoga?
Die Frage hört sich komisch an weil noch keiner auf die Idee kam, Sport zu den Yogakursen zuzufügen. Nein, Sport ist natürlich kein Yoga, obwhol, während bestimmten Arten von Sport meditative Zustände vorkommen können, z.B. beim Laufen, Schwimmen, Nordic Walking, Ski Laufen…

Wie wirkt Yoga auf den Körper?
Der Körper im Yoga wird nicht trainiert, sondern so angenommen wie er ist, nichts muss sich steigern, ändern oder formen. Im Yoga lernt man zuerst den eigenen Körper kennen. Die Veränderungen im Körper kommen von sich selbst (z.B. Körperhaltung, Leichtigkeit, Beweglichkeit). Beim Yoga kann es zum Schwitzen kommen, beim klassischen Yoga eher nicht. Die Energie wird verbraucht und manche Yogahaltungen sind herausfordernd, aber die Energie bleibt, bzw. wird aufbewahrt. Beim Yoga gibt es keinen oder selten einen Müdigkeitseffekt, man wird eher „energetisiert“ dank einer tiefen Endentspannung. Ausserdem wird das Hormonsystem ins Einklang gebracht, da durch bestimmte Haltungen die inneren Organe und Drüsen massiert werden. Im Yoga werden alle Körperteile vom Kopf bis Fuß und beide Körperseiten angesprochen.

Wir wirkt Sport auf den Körper?
Je nach dem was für ein Sport, der Körper wird trainiert, bestimmte Übungen müssen ausgeführt werden (100 Liegestütze, 5 km rennen usw.). Manchmal wird nur ein Körperteil besonders beansprucht: ein Arm beim Tennis, Beine bei den Fußballern, Fußgelenke bei Joggern. Bei den meisten Sportarten schwitzt der Körper vermehrt, es wird viel Energie verbraucht, man powert sich aus. Ein Zufriedenheitsgefühl ist oft vorhanden, aber auch die Müdigkeit.

Wie wirkt Yoga auf den Atem?
Im Yoga atmet man immer durch die Nase (ausser bei einigen besonderen Atemübungen). Dem Atem wird eine ganze Wissenschaft gewidmet – Pranayama. Der Atem im Yoga hat nicht nur etwas mit dem Sauerstoff zu tun und natürlichen Atemprozessen, im Yoga ist der Atem der direkte Link zur Lebensenergie; sie kann durch Atemübungen aufbewhart und vermehrt werden. Atem ist auch der direkte Link zum Geist.

Wir wirkt Sport auf den Atem?
Im Sport atmet man so wie es gebraucht wird, je nach Sportart und Ziel. Der Körper, Atem, Kreislauf werden manchmal an die Grenzen des Aushaltens gebracht. Über die Lebensenergie oder den eigenen Geist wird in den Sportmomenten nicht gedacht weil man auf ein Ziel konzentriert ist.

Wie wirkt Yoga auf den Geist?
Yoga ist eine Verbindung zwischen Körperhaltung, Atem und geistigen Prozessen. Man nimmt den Körper bewusst wahr, man führt bewusstes Atmen durch und man nimmt eventuell auch die Gedanken, Gefühle und Emotionen wahr. Das alles geschieht natürlich nicht ständig und nicht bei jeder Yogahaltung oder jeder Yogastunde gleichzeitig. Manchmal ist man einfach in einem meditativen Zustand oder auch nicht. Beim Yoga geht man mehr „nach innen“, lernt sich selbst kennen.

Wie wirkt Sport auf den Geist?
Je nach dem um welchen Sport es geht, bei Mannschaftsspielen ist eine Strategie wichtig, ein Plan, etwas was ausgeführt werden muss um das Ziel zu erreichen. Hier ist die Konzentration angesagt, Schnelligkeit, Team Fähigkeit. Also hier geht es mehr „nach Außen“, um eine bestimmte Leistung zu erreichen. Für manche Menschen, die viel denken und sehr angespannt sind, kann deswegen Sport eine bessere Ablenkung als Yoga sein, weil durch Yoga man oft mit sich selbst konfrontiert wird.

Ist Yoga ein Wettbewerb?
Ein klares „nein“. Wenn Yoga ein Wettbewerb wäre, dann ist es kein Yoga, dann ist es vielleicht Akrobatik  – z.B. wer kann eine schwere Yogahaltung besser ausführen oder Wer kann diese oder jene Yogahaltung überhaupt ausführen? Im Yoga wird das eigene Tempo gesucht und darf gerne ausgeübt werden. Fortschritte werden individuell und nicht im Vergleich mit anderen gemacht.

Ist Sport ein Wettbewerb?
Eher ja. Mitmachen ist, klar, das Hauptmotiv, aber besser, schneller, intelligenter als der andere um zu siegen, ist einfach noch toller. Bei vielen Sportarten ist das die wichtigste Motivation.

Macht es Sinn Yoga mit Sport zu ergänzen?
Wer mehr Bewegung und Energieverbrauch mag, ja, warum nicht? Manchmal vermissen manche beim Yoga die Dynamik des Sports, mehr Körperbetätigung, mehr Schwitzen. Aber genau das ist der Unterschied zum Sport, Yoga ist im Grunde eine spirituelle Praxis und Körperbewegungen werden mit einer anderen Achtsamkeit ausgeführt. Manche Menschen bevorzugen Sport weil sie sich so besser ablenken können und über bestimmte Sachen kurzzeitig nicht nachdenken müssen. Das ist auch manchmal der Grund warum Menschen die in heutiger Leistungsgesellschaft nicht abschalten können, auch im Yoga eine sportliche Betätigung suchen und enttäuscht werden, weil Yoga dies nicht ist.

Macht es Sinn Sport mit Yoga zu ergänzen?
Sehr. Es ist nicht unüblich dass heutzutage viele Sportler*nnen zum Yoga greifen. Yoga bringt den Ausgleich in den Körper und Geist, dehnt und entgiftet sanfter als Sport. Sport ist schön und bringt Freude. Yoga ist ganzheitlicher und bringt Freude oft ohne einen bestimmten Grund. Da die Bewegungen achtsamer und langsamer ausgeführt werden, wirkt Yoga auch tiefer und eventuelle Schaden die durch Sport entstanden sind, können mit Yoga besänftigt werden. Der gesamte Körper wird geschmeidiger. Nicht umsonst machte die deutsche Fußballmannschaft auch Yoga.